Eine oft abfällig verwendete Bezeichnung für einen spießigen, engstirnigen und überangepassten Bürger, der großen Wert auf Ordnung und Konventionen legt, aber wenig geistige Weite oder Mut zeigt.
beispiel
Er führt das Leben eines Biedermanns, der sich nur für sein Haus und seinen Garten interessiert.
Tipps
Wortzusammensetzung
Das Wort setzt sich aus dem Adjektiv „bieder“ und dem Nomen „Mann“ zusammen. „Bieder“ bedeutet rechtschaffen und solide, hat aber oft die negative Nebenbedeutung von spießig, fantasielos und engstirnig.
BEISPIEL
Sein Lebensstil ist sehr bieder und vorhersehbar.
Negative Bedeutung
Beachten Sie, dass „Biedermann“ fast immer abfällig oder kritisch gemeint ist. Es ist keine neutrale Beschreibung für einen ehrlichen Bürger, sondern kritisiert eine Person als spießig und überangepasst.
BEISPIEL
Er gibt sich weltoffen, aber im Grunde ist er ein echter Biedermann.
Kultureller Kontext
Der Begriff wurde stark durch das berühmte Theaterstück „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch geprägt. Darin steht der Biedermann für einen naiven Bürger, der die Gefahr nicht erkennen will, obwohl sie direkt vor ihm steht.
BEISPIEL
Wie im Stück von Max Frisch lässt der Biedermann die Gefahr direkt in sein Haus.
Vergleichen mit
antonym
Biedermann vs Rebell
„Rebell“ und „Biedermann“ bilden einen Gegensatz, wenn es um Verhalten gegenüber Regeln und Konventionen geht. Ein „Rebell“ stellt sich bewusst gegen Autoritäten oder gesellschaftliche Erwartungen. Ein „Biedermann“ wirkt dagegen überangepasst, spießig und sehr auf Ordnung bedacht; das Wort ist oft abwertend. Der Rebell bricht Regeln oder stellt sie infrage, der Biedermann hält sich eng an das, was als normal und ordentlich gilt.
Biedermann
Bei der Diskussion wirkte er wie ein Biedermann, der vor jeder neuen Idee Angst hat.
Rebell
Schon als Jugendlicher galt mein Bruder als Rebell, weil er jede Schulregel offen kritisierte.