Eine kurze, bildhafte Erzählung, die eine moralische oder religiöse Wahrheit veranschaulichen soll. Die Handlung und die Figuren sind dabei symbolisch zu verstehen und auf eine allgemeine Lehre übertragbar.
beispiel
Das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn handelt von Vergebung und bedingungsloser Liebe.
Tipps
Wortfamilie
Das Wort „Gleichnis“ ist mit dem Adjektiv „gleich“ und dem Verb „vergleichen“ verwandt. Ein Gleichnis ist eine Geschichte, die einen Vergleich zieht, um eine tiefere Wahrheit oder Lehre verständlich zu machen.
BEISPIEL
In seinen Reden benutzte er oft Gleichnisse aus dem Alltag.
Satzbau und Verwendungsmuster
Um den Inhalt eines Gleichnisses zu benennen, wird fast immer die Struktur „das Gleichnis von + Dativ“ verwendet. Diese Konstruktion ist sehr typisch für den Gebrauch des Wortes.
BEISPIEL
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist eine bekannte biblische Geschichte.
Register und Stil
„Gleichnis“ ist ein Wort des gehobenen Sprachgebrauchs. Man findet es vor allem in religiösen, philosophischen oder literarischen Texten, aber selten in der alltäglichen Umgangssprache.
BEISPIEL
Der Professor erklärte die komplexe Theorie anhand eines Gleichnisses.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Gleichnis vs Anekdote
„Anekdote“ und „Gleichnis“ sind beide kurze Erzählungen, aber sie haben verschiedene Ziele. Eine „Anekdote“ erzählt einen kleinen, oft wahren und interessanten Vorfall über eine Person oder ein Ereignis. Sie soll oft unterhalten oder etwas Persönliches zeigen. Ein „Gleichnis“ ist eine bildhafte Geschichte mit einer Lehre, oft in einem moralischen oder religiösen Zusammenhang. Die Figuren stehen dabei für etwas Allgemeines. Verwechseln kann man die Wörter, weil beide kurz erzählt werden. Eine Anekdote zeigt eher ein Erlebnis, ein Gleichnis erklärt eine allgemeine Wahrheit durch ein Bild.
Gleichnis
Im Religionsunterricht bespricht die Klasse ein Gleichnis über Hilfe und Mitgefühl.
Anekdote
Nach dem Vortrag erzählte die Lehrerin eine kurze Anekdote über ihre erste Reise nach Berlin.