Ein Wissenschaftler mit abgeschlossener Habilitation, der die Lehrbefugnis an einer Universität besitzt, aber keine Professur innehat. Die Abkürzung lautet PD oder Priv.-Doz.
beispiel
Nach seiner Habilitation arbeitet er als Privatdozent für mittelalterliche Geschichte und hofft auf eine Professur.
Tipps
Wortzusammensetzung
Das Wort besteht aus „Privat“ und „Dozent“ (Lehrender an einer Hochschule). „Privat“ bedeutet hier nicht, dass die Person an einer privaten Universität lehrt. Es ist ein offizieller akademischer Titel an staatlichen Universitäten für Lehrende ohne Professur.
BEISPIEL
Als Privatdozent hält er Seminare, hat aber keinen eigenen Lehrstuhl.
Kultureller Kontext
Der Titel „Privatdozent“ ist eine Besonderheit des deutschen Hochschulsystems und einiger anderer europäischer Länder. Er existiert in dieser Form zum Beispiel im angloamerikanischen Raum nicht und beschreibt eine spezifische Karrierestufe zwischen Promotion und Professur.
BEISPIEL
In Deutschland ist die Habilitation die Voraussetzung, um Privatdozent zu werden.
Verwendung der Abkürzung
Im akademischen Kontext wird fast immer die Abkürzung „PD“ oder „Priv.-Doz.“ verwendet. Sie steht als Titel vor dem Namen, ähnlich wie „Dr.“ oder „Prof.“.
BEISPIEL
Die Vorlesung hält heute PD Dr. Neumann.
Vergleichen mit
confusable
Privatdozent vs Professor
„der Professor“ und „der Privatdozent“ gehören beide zur Universität und können dort lehren und forschen. Der wichtige Unterschied ist der akademische Status. Ein Professor hat eine Professur und damit eine feste oder offizielle Professorenstelle. Ein Privatdozent hat die Habilitation und darf an der Universität lehren, hat aber keine Professur. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide Personen Vorlesungen halten können. Wenn es um den Titel oder die Stelle geht, ist der Unterschied aber wichtig.
Privatdozent
Der Privatdozent bietet dieses Semester ein Seminar zur deutschen Geschichte an.
Professor
Der Professor erklärt in der Vorlesung die Ergebnisse seiner neuen Studie.