Der juristische Grundsatz, dass eine angeklagte Person so lange als unschuldig gilt, bis ihre Schuld durch ein Gerichtsurteil zweifelsfrei bewiesen ist.
beispiel
Trotz der erdrückenden Beweislast gilt für den Angeklagten bis zum Urteil die Unschuldsvermutung.
Tipps
Wortzusammensetzung
Das Wort setzt sich aus drei Teilen zusammen: „Un-schuld“ (Nicht-Schuld), dem Fugen-s und „Vermutung“. Es bedeutet also wörtlich die „Vermutung der Nicht-Schuld“.
BEISPIEL
Die Unschuldsvermutung ist ein zentraler Pfeiler unseres Rechtssystems.
Typische Verbindungen
Dieses Nomen wird sehr häufig mit dem Verb „gelten“ kombiniert. Die typische Konstruktion lautet: „Für jemanden gilt die Unschuldsvermutung“.
BEISPIEL
Für alle Angeklagten muss bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung gelten.
Register und Stil
„Die Unschuldsvermutung“ ist ein fester Begriff aus der Rechtssprache (Fachsprache). Man verwendet ihn vor allem in juristischen, politischen oder journalistischen Kontexten, wenn es um Gerichtsverfahren geht.
BEISPIEL
Der Anwalt erinnerte das Gericht an die geltende Unschuldsvermutung.
Vergleichen mit
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Unschuldsvermutung vs Unschuld
„die Unschuld“ und „die Unschuldsvermutung“ gehören beide zum Thema Schuld und Recht, bedeuten aber nicht dasselbe. „Unschuld“ ist der Zustand: Eine Person hat die Tat nicht begangen oder ist nicht verantwortlich. „Unschuldsvermutung“ ist ein juristischer Grundsatz: Eine angeklagte Person gilt so lange als unschuldig, bis ein Gericht die Schuld beweist. Lernende können die Wörter verwechseln, weil in beiden „Unschuld“ steckt. Praktisch gesagt: „Unschuld“ beschreibt, was wirklich oder nachweislich der Fall ist; „Unschuldsvermutung“ beschreibt, wie man eine Person im Verfahren behandeln muss.
Unschuldsvermutung
Auch bei schweren Vorwürfen gilt die Unschuldsvermutung.
Unschuld
Die neuen Beweise sprechen für die Unschuld der Angeklagten.