Eine Person, die gezwungen wurde, ihre Heimat aufgrund von Krieg, ethnischer Säuberung oder politischer Verfolgung zu verlassen. Der Begriff wird in Deutschland historisch vor allem für die deutschen Bevölkerungsgruppen verwendet, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Teilen Ost- und Südosteuropas vertrieben wurden.
beispiel
Mein Großvater war ein Vertriebener aus Schlesien und musste nach dem Krieg eine neue Heimat finden.
Tipps
Wortaufbau
„Der Vertriebene“ ist ein substantiviertes Partizip. Es kommt vom Verb „vertreiben“ (jemanden zwingen, seine Heimat zu verlassen). Wörtlich bedeutet es also „eine Person, die vertrieben wurde“.
BEISPIEL
Die Armee hat die feindlichen Truppen aus der Stadt vertrieben.
Adjektivdeklination
Da dieses Nomen aus einem Partizip gebildet wurde, wird es wie ein Adjektiv dekliniert. Achten Sie auf die Endungen: „ein Vertriebener“ (maskulin, Nominativ), „die Vertriebene“ (feminin, Nominativ), „die Vertriebenen“ (Plural).
BEISPIEL
Er sprach mit einem Vertriebenen über dessen Geschichte.
Historischer Kontext
Im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff sehr eng mit der Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpft. Er bezeichnet vor allem Deutsche, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Teilen Osteuropas fliehen mussten oder vertrieben wurden.
BEISPIEL
Der „Bund der Vertriebenen“ ist eine Organisation, die ihre Interessen vertritt.
Vergleichen mit
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Vertriebene vs Flüchtling
„Flüchtling“ und „Vertriebener“ sind nahe verwandt, weil beide Wörter Menschen meinen, die ihre Heimat nicht freiwillig verlassen. Bei „Flüchtling“ steht oft im Vordergrund, dass jemand vor Krieg, Verfolgung oder einer Katastrophe flieht und Schutz sucht. „Vertriebener“ betont stärker, dass jemand aktiv aus seiner Heimat vertrieben wurde, also durch Gewalt oder politische Macht wegmusste. In Deutschland hat „Vertriebener“ außerdem oft einen historischen Bezug zu Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren. Die Wörter können verwechselt werden, weil beide Zwang ausdrücken. Praktisch gilt: „Flüchtling“ ist allgemeiner für Flucht und Schutz, „Vertriebener“ klingt stärker nach erzwungener Vertreibung und oft historischer Situation.
Vertriebene
Wegen der politischen Gewalt kann der Vertriebene nicht in sein Heimatdorf zurückkehren.
Flüchtling
In der Schule hat sie berichtet, wie ein Flüchtling nach langer Reise in Sicherheit kam.