Eine Frage oder einen Sachverhalt bewusst offen, unentschieden oder unbeantwortet lassen, weil er nicht wichtig ist oder nicht geklärt werden kann.
beispiel
Ob er es absichtlich getan hat oder nicht, sei einmal dahingestellt – der Schaden ist da.
Tipps
Wortaufbau
Das Wort besteht aus „dahin“ (dorthin) und „gestellt“ (Partizip II von stellen). Die bildliche Vorstellung ist, dass man eine Frage oder ein Problem „dorthin stellt“ und es vorerst nicht weiter beachtet.
BEISPIEL
Wir lassen diese Detailfrage erst einmal dahingestellt und konzentrieren uns auf das Hauptproblem.
Feste Wendungen
Dieses Wort wird fast nur in zwei festen Konstruktionen verwendet: „Es sei dahingestellt, ob/wie/warum ...“ oder „etwas dahingestellt sein lassen“. Es wird nicht wie ein normales Adjektiv vor einem Nomen benutzt.
BEISPIEL
Es sei dahingestellt, ob diese Entscheidung richtig war.
Gehobener Stil
Die Wendung „dahingestellt sein lassen“ gehört zur formellen Schriftsprache. Man findet sie oft in akademischen, juristischen oder offiziellen Texten, aber selten in der Alltagssprache.
BEISPIEL
In der Untersuchung soll dahingestellt bleiben, welche persönlichen Motive die Person hatte.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
dahingestellt vs offen
„offen“ und „dahingestellt“ können beide ausdrücken, dass etwas nicht entschieden oder nicht geklärt ist. „offen“ ist neutral und sehr häufig: Eine Frage, ein Termin oder ein Ergebnis kann offen sein. „dahingestellt“ benutzt man meist in der festen Wendung „dahingestellt sein lassen“. Dann lässt man eine Frage bewusst ungeklärt, oft weil sie im Moment nicht wichtig ist oder nicht sicher beantwortet werden kann. Die Verwechslungsgefahr liegt darin, dass beide Unklarheit zeigen. „offen“ beschreibt den Zustand; „dahingestellt“ betont, dass man die Klärung bewusst nicht weiter verfolgt.
dahingestellt
Ob seine Erklärung wirklich stimmt, lassen wir heute dahingestellt.