Ein Zustand der Unstimmigkeit, des Widerspruchs oder des Missklangs zwischen Meinungen, Gefühlen oder Handlungen. Besonders bekannt ist der Begriff der kognitiven Dissonanz in der Psychologie.
beispiel
Es gab eine deutliche Dissonanz zwischen seinen Worten und seinen Taten.
Tipps
Wortaufbau
Das Wort stammt vom lateinischen „dissonantia“ ab. Es enthält die Vorsilbe „dis-“ (auseinander, un-) und den Stamm „sonare“ (klingen). Die wörtliche Bedeutung „Auseinanderklingen“ oder „Nicht-Zusammenpassen“ erklärt sowohl den musikalischen Missklang als auch den übertragenen Widerspruch.
BEISPIEL
Die Dissonanz in seinen Aussagen war offensichtlich.
Register und Stil
„Dissonanz“ ist ein Wort der gehobenen oder bildungssprachlichen Ebene. Es wird vor allem in formellen, akademischen oder intellektuellen Diskussionen verwendet.
BEISPIEL
In der Podiumsdiskussion wurden die Dissonanzen zwischen den Parteien deutlich.
Kontexthinweis
Den Unterschied zwischen den Bedeutungen erkennt man am Kontext. Wörter wie „kognitiv“, „Gefühle“, „Meinungen“ oder „Widerspruch“ deuten auf die übertragene Bedeutung hin. Begriffe wie „Musik“, „Komponist“, „Akkord“ oder „Harmonie“ weisen auf die musikalische Bedeutung hin.
BEISPIEL
Der Psychologe sprach über die Folgen kognitiver Dissonanz.
Typische Verbindungen
In der psychologischen Bedeutung ist die Kombination „kognitive Dissonanz“ eine sehr feste und bekannte Wendung. Oft wird auch die Struktur „eine Dissonanz zwischen [etwas] und [etwas]“ verwendet.
BEISPIEL
Er empfand eine starke Dissonanz zwischen seinen Werten und den Anforderungen seines Jobs.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Dissonanz vs Widerspruch
„der Widerspruch“ und „die Dissonanz“ können beide ausdrücken, dass etwas nicht zusammenpasst. „Widerspruch“ benutzt man, wenn zwei Aussagen, Handlungen oder Fakten klar gegeneinanderstehen. Das Wort ist direkter und sachlicher. „Dissonanz“ klingt weicher und beschreibt eher ein Gefühl von Unstimmigkeit, zum Beispiel zwischen Gedanken, Gefühlen oder Verhalten. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide mit Gegensätzen zu tun haben. Wenn es um einen klaren logischen Gegensatz geht, passt „Widerspruch“ besser. Wenn es um innere Spannung oder eine unangenehme Unstimmigkeit geht, klingt „Dissonanz“ natürlicher.
Dissonanz
Nach dem Lob vom Chef spürte Anna eine Dissonanz, weil sie selbst mit ihrer Arbeit unzufrieden war.
Widerspruch
In seiner Erklärung gibt es einen Widerspruch, weil er zuerst Ja und später Nein sagt.