zur Neige gehen
Fast aufgebraucht sein; kurz vor dem Ende stehen. Wird für Vorräte, Ressourcen oder auch Zeit verwendet.
Unsere Geduld geht langsam zur Neige.

Neige
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Fast aufgebraucht sein; kurz vor dem Ende stehen. Wird für Vorräte, Ressourcen oder auch Zeit verwendet.
Unsere Geduld geht langsam zur Neige.

Das Nomen „die Neige“ ist mit dem Verb „neigen“ verwandt, was „kippen“ oder „sich beugen“ bedeutet. Die Wendung „zur Neige gehen“ beschreibt bildlich, wie der Inhalt einer Flasche zu Ende geht, wenn man sie neigt.
Er neigte die Flasche, um den letzten Rest Wein einzuschenken.
Im modernen Deutsch wird „Neige“ fast ausschließlich in der festen Wendung „zur Neige gehen“ oder „sich dem Ende zuneigen“ verwendet. Das Wort allein kommt kaum noch vor.
Der Winter geht langsam zur Neige und der Frühling beginnt.
Die Wendung „zur Neige gehen“ wird oft für abstrakte Dinge wie „Geduld“, „Zeit“ oder „Kraft“ verwendet, aber auch für konkrete Vorräte wie „Geld“, „Essen“ oder „Wein“.
Nach dem langen Marsch gingen seine Kräfte zur Neige.
Die Bedeutung „Neigung“ oder „Senkung“ ist veraltet und wird nur noch in sehr gehobener oder literarischer Sprache verwendet. Im Alltag solltest du diese Bedeutung nicht benutzen.
In dem historischen Roman erwiderte sie seinen Gruß mit einer leichten Neige des Hauptes.
„das Ende“ und „die Neige“ haben beide mit einem Schluss oder mit wenig Rest zu tun. „Das Ende“ nennt den letzten Punkt direkt: Etwas ist vorbei oder hört auf. „Die Neige“ benutzt man fast immer in der Wendung „zur Neige gehen“. Das bedeutet, dass etwas fast aufgebraucht ist, aber noch nicht ganz vorbei ist. Typisch sind Vorräte, Geld, Zeit oder Kräfte. Die Verwechslung entsteht, weil „zur Neige gehen“ heißt: Es geht auf das Ende zu. Wenn der Schluss schon erreicht ist, sagt man „Ende“. Wenn nur noch wenig übrig ist, sagt man „zur Neige gehen“.

Vor dem Wochenende gehen unsere Vorräte langsam zur Neige.
Nach drei Stunden kam das Ende der Besprechung endlich näher.