Eine Norm, Regel oder einen Maßstab festlegend; vorschreibend, wie etwas sein sollte. Der Begriff wird oft verwendet, um Aussagen zu beschreiben, die ein Werturteil enthalten, im Gegensatz zu rein beschreibenden (deskriptiven) Aussagen.
beispiel
Die Aussage, dass alle Menschen gleich behandelt werden sollten, hat einen normativen Charakter.
Tipps
Wortfamilie
Das Adjektiv „normativ“ gehört zur Wortfamilie von „die Norm“. Etwas, das normativ ist, bezieht sich auf eine Norm, setzt eine Norm oder fordert, dass eine Norm eingehalten wird.
BEISPIEL
Gesetze haben einen normativen Anspruch, das heißt, sie sollen das Verhalten der Menschen regeln.
Register und Stil
„Normativ“ ist ein Fachbegriff, der vor allem in der Wissenschaft (z.B. Jura, Philosophie, Soziologie) und in formellen Diskussionen verwendet wird. Im normalen Alltag hört man dieses Wort selten.
BEISPIEL
In der Ethik diskutiert man normative Fragen, zum Beispiel, was gutes Handeln ist.
Typische Verbindungen
Das Wort beschreibt oft abstrakte Konzepte. Typische Kombinationen sind „eine normative Aussage“, „ein normativer Rahmen“, „normative Kraft“ oder „normative Vorgaben“.
BEISPIEL
Der Ethikrat gibt normative Empfehlungen für die Politik.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
normativ vs verbindlich
„verbindlich“ und „normativ“ haben beide mit Regeln oder Vorgaben zu tun. „verbindlich“ benutzt man, wenn etwas wirklich eingehalten werden muss, zum Beispiel eine Zusage, ein Termin oder eine Regel. „normativ“ beschreibt eher, dass etwas eine Norm oder einen Maßstab setzt und sagt, wie etwas sein sollte. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide nicht nur beschreiben, sondern eine Art Pflicht oder Richtung ausdrücken. Praktisch gesagt: „verbindlich“ passt, wenn jemand daran gebunden ist; „normativ“ passt eher bei Regeln, Werten oder Aussagen über das richtige Verhalten.
normativ
Der Text ist normativ, weil er klare Regeln für gutes Verhalten nennt.
verbindlich
Die Anmeldung zum Kurs ist verbindlich, sobald die Gebühr bezahlt ist.