Eine Haltung oder ein Verhaltensmuster, bei dem eine Person sich selbst als Opfer von Umständen oder anderen Menschen sieht und darstellt, oft um Verantwortung zu vermeiden oder Mitleid zu erregen.
beispiel
Er flüchtet sich immer in die Opferrolle, anstatt seine Fehler einzugestehen.
Tipps
Wortzusammensetzung
Das Wort besteht aus „Opfer“ und „Rolle“. Es beschreibt also wörtlich die Rolle eines Opfers, die eine Person einnimmt.
BEISPIEL
Durch ihre ständigen Klagen manövrierte sie sich selbst in die Opferrolle.
Typische Verben
Die „Opferrolle“ wird oft mit bestimmten Verben verwendet, die eine Bewegung oder einen Zustand beschreiben. Typisch sind „sich in die Opferrolle flüchten“, „in der Opferrolle verharren“ oder „jemanden in die Opferrolle drängen“.
BEISPIEL
Anstatt zu handeln, verharrt er lieber in der Opferrolle.
Akkusativ oder Dativ
Die Präposition „in“ wird je nach Kontext mit Akkusativ oder Dativ verwendet. Eine Bewegung wird mit Akkusativ ausgedrückt („in die Opferrolle“), ein Zustand mit Dativ („in der Opferrolle“).
BEISPIEL
Er begibt sich bei jeder Kritik sofort in die Opferrolle.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Opferrolle vs Selbstmitleid
„Selbstmitleid“ und „Opferrolle“ haben beide damit zu tun, dass jemand stark auf das eigene Leid schaut. „Selbstmitleid“ beschreibt vor allem ein Gefühl: Man bemitleidet sich selbst und bleibt innerlich bei seinen Problemen. „Opferrolle“ beschreibt eher eine Haltung oder ein Verhalten nach außen: Jemand stellt sich als Opfer dar und übernimmt vielleicht keine Verantwortung. Man kann die Wörter verwechseln, weil beides passiv und klagend wirken kann. Praktisch gesagt: „Selbstmitleid“ ist mehr das Gefühl, „Opferrolle“ mehr die Art, wie jemand sich selbst zeigt oder verhält.
Opferrolle
Im Streit geht sie oft in die Opferrolle und sagt, dass immer alle gegen sie sind.
Selbstmitleid
Nach der Absage versank Paul kurz in Selbstmitleid, statt neue Bewerbungen zu schreiben.