Sich selbst einen Titel, eine Rolle oder eine Autorität zuschreibend, ohne dass diese von anderen anerkannt oder verliehen wurde. Hat oft eine abwertende oder ironische Bedeutung.
beispiel
Der selbsternannte Experte hatte von dem Thema in Wirklichkeit keine Ahnung.
Tipps
Wortaufbau
Das Wort setzt sich aus „selbst“ und „ernannt“ zusammen. „Ernannt“ ist das Partizip II von „ernennen“. Es bedeutet also wörtlich, dass sich jemand selbst eine Rolle oder einen Titel gegeben hat.
BEISPIEL
Die Kinder spielten im Garten und wählten einen selbsternannten König.
Negative Bedeutung
Dieses Adjektiv hat fast immer eine negative oder ironische Konnotation. Es drückt aus, dass die Person die zugeschriebene Autorität oder Kompetenz nicht wirklich besitzt und nicht von anderen anerkannt wird.
BEISPIEL
Hüte dich vor den Ratschlägen dieses selbsternannten Finanzgenies.
Typische Verbindungen
„Selbsternannt“ wird oft mit Nomen kombiniert, die eine Autorität oder Expertise beschreiben, wie zum Beispiel „Experte“, „Anführer“, „Kritiker“ oder „Retter“.
BEISPIEL
Der selbsternannte Anführer der Gruppe hatte keinen Plan.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
selbsternannt vs sogenannt
„sogenannt“ und „selbsternannt“ können beide skeptisch oder abwertend klingen, besonders bei Titeln und Rollen. „sogenannt“ bedeutet: So wird jemand oder etwas genannt, aber der Sprecher glaubt vielleicht nicht ganz daran. „selbsternannt“ ist genauer: Jemand gibt sich selbst einen Titel oder eine Rolle, ohne dass andere ihm diese offiziell gegeben haben. Man kann die Wörter verwechseln, weil beide Zweifel ausdrücken können. Merke: „sogenannt“ zweifelt an der Bezeichnung; „selbsternannt“ betont, dass die Person sich die Rolle selbst gegeben hat.
selbsternannt
In der Nachbarschaft gibt Frau Lange als selbsternannte Verkehrsexpertin ständig Ratschläge.
sogenannt
Ich lese den sogenannten Bericht, aber viele Fakten fehlen.