ungleich
Nicht gleich oder identisch; verschieden in Eigenschaften, Größe oder Form.
Die beiden Brüder sind charakterlich sehr ungleich.

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Nicht gleich oder identisch; verschieden in Eigenschaften, Größe oder Form.
Die beiden Brüder sind charakterlich sehr ungleich.

Das Wort ist das Gegenteil von „gleich“. Die Vorsilbe „un-“ wird in der deutschen Sprache häufig verwendet, um die Bedeutung eines Adjektivs oder Adverbs ins Gegenteil zu verkehren.
Es ist unfair, wenn die Aufgaben ungleich schwer sind.
In dieser Bedeutung wird „ungleich“ als Adverb verwendet, um einen Komparativ (z.B. „besser“, „schneller“) zu verstärken. Es steht direkt vor dem gesteigerten Adjektiv.
Die zweite Prüfung war ungleich anspruchsvoller als die erste.
Sie erkennen die adverbiale Bedeutung daran, dass „ungleich“ direkt vor einem Adjektiv im Komparativ steht (z.B. „größer“, „wichtiger“). In den anderen Bedeutungen beschreibt es ein Nomen oder steht als Antwort auf die Frage „Wie?“.
Das neue Modell ist ungleich teurer.
Im Kontext von Gerechtigkeit und Verteilung wird „ungleich“ oft mit Verben wie „verteilen“ oder Nomen wie „Chancen“ und „Bedingungen“ kombiniert.
Der Wohlstand ist in diesem Land sehr ungleich verteilt.
„viel“ und „ungleich“ können beide einen Vergleich verstärken. In Sätzen wie „viel besser“ bedeutet „viel“, dass der Unterschied deutlich groß ist. „Ungleich“ kann in ähnlicher Weise „wesentlich“ oder „viel“ bedeuten, zum Beispiel „ungleich schwieriger“. Der Unterschied liegt vor allem im Stil: „viel“ ist im Alltag normal und natürlich. „Ungleich“ klingt gehobener und kommt eher in geschriebenen oder formelleren Texten vor. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide vor einem Komparativ stehen können. Im Gespräch ist „viel“ meistens die sichere Wahl.

Mit guter Vorbereitung ist die Prüfung ungleich leichter.
Der neue Weg zur Arbeit ist viel kürzer als der alte.