Jemandem eine Handlung oder Äußerung nachtragen und deswegen gekränkt oder böse auf die Person sein. Wird oft in verneinter Form verwendet, um Verständnis auszudrücken.
beispiel
Ich kann es dir nicht verübeln, dass du nach dieser langen Debatte erschöpft bist.
Tipps
Wortaufbau
Das Verb setzt sich aus der Vorsilbe „ver-“ und dem Adjektiv „übel“ (schlecht, böse) zusammen. Es bedeutet wörtlich, jemandem eine Handlung „als übel anrechnen“. Das Verb ist untrennbar.
BEISPIEL
Er hat mir meinen Fehler lange verübelt.
Dativ- und Akkusativ-Struktur
Dieses Verb erfordert eine feste Satzstruktur: Die Person, der man etwas übel nimmt, steht im Dativ. Die Handlung oder Sache, die man übel nimmt, steht im Akkusativ.
BEISPIEL
Sie verübelt ihm [Dativ] seine unhöfliche Bemerkung [Akkusativ].
Häufige Verwendung
Besonders häufig wird „verübeln“ in verneinter Form mit „können“ verwendet. Die Wendung „das kann ich dir nicht verübeln“ ist eine höfliche Art, um Verständnis für die Reaktion oder das Gefühl einer anderen Person auszudrücken.
BEISPIEL
Dass du müde bist, kann ich dir nach der langen Reise nicht verübeln.
Satzbau mit Nebensatz
Das Akkusativobjekt ist oft kein einzelnes Nomen, sondern ein ganzer Nebensatz mit „dass“. In diesem Fall steht im Hauptsatz das Pronomen „es“ als Platzhalter.
BEISPIEL
Ich verüble es ihm, dass er sich nicht gemeldet hat.
Vergleichen mit
antonym
verübeln vs vergeben
„vergeben“ und „verübeln“ stehen hier in einem klaren Gegensatz. Wenn man jemandem etwas vergibt, trägt man ihm den Fehler nicht mehr nach. Man ist bereit, die Sache loszulassen. Wenn man jemandem etwas verübelt, bleibt man wegen einer Handlung verletzt oder böse. „Vergeben“ passt also, wenn der Ärger endet. „Verübeln“ passt, wenn der Ärger bleibt oder wenn man zeigt, dass man eine Reaktion verständlich findet.
verübeln
Die Gruppe verübelt Tom nicht, dass er wegen seiner Krankheit zu spät kam.
vergeben
Nach dem Streit vergibt Lisa ihrem Bruder, weil er sich ehrlich entschuldigt hat.