
zerreißen
Etwas durch starkes Ziehen gewaltsam in Stücke teilen. Dies geschieht oft mit Materialien wie Papier, Stoff oder Fotos.
Aus Wut zerriss er den Brief, ohne ihn zu Ende zu lesen.
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Etwas durch starkes Ziehen gewaltsam in Stücke teilen. Dies geschieht oft mit Materialien wie Papier, Stoff oder Fotos.
Aus Wut zerriss er den Brief, ohne ihn zu Ende zu lesen.

Jemanden oder etwas extrem scharf und vernichtend kritisieren.
Die Kritiker haben den neuen Film in der Presse förmlich zerrissen.

Im übertragenen Sinn, von inneren Konflikten, Zweifeln oder widersprüchlichen Gefühlen stark belastet und innerlich gespalten sein.
Sie fühlte sich zerrissen zwischen dem Wunsch, zu reisen, und der Verantwortung für ihre Familie.

Sich übermäßig anstrengen oder aufopfern, oft um die Erwartungen anderer zu erfüllen oder viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen.
Als berufstätige Mutter muss sie sich oft zerreißen, um alles unter einen Hut zu bekommen.
Das Verb besteht aus der Vorsilbe „zer-“ und dem Verb „reißen“. Die Vorsilbe „zer-“ bedeutet „kaputt“ oder „in Stücke“, sodass „zerreißen“ eine Zerstörung durch Reißen beschreibt.
Er hat das alte T-Shirt beim Sport zerrissen.
„Zerreißen“ ist ein untrennbares Verb. Die Vorsilbe „zer-“ bleibt in allen Zeitformen und Satzkonstruktionen fest mit dem Verb verbunden.
Sie zerreißt den Werbeprospekt und wirft ihn weg.
In der wörtlichen Bedeutung wird „zerreißen“ meist mit flachen, dünnen Materialien verwendet. Typische Objekte sind „Papier“, „ein Brief“, „ein Foto“ oder „Stoff“.
Das Kind hat aus Versehen das Buch zerrissen.
In dieser übertragenen Bedeutung sind die Subjekte oft „Kritiker“ oder „die Presse“. Die Objekte sind meist künstlerische Werke wie „ein Film“, „ein Buch“ oder auch Personen des öffentlichen Lebens.
Die Presse hat den neuen Roman des Autors zerrissen.
In der Bedeutung „innerlich gespalten“ wird oft das Partizip II „zerrissen“ wie ein Adjektiv verwendet. Es steht dann häufig mit den Verben „sein“ oder „sich fühlen“ und der Präposition „zwischen“.
Er ist innerlich zerrissen zwischen seiner Pflicht und seinen Wünschen.
In der Bedeutung „sich aufopfern“ wird das Verb immer reflexiv gebraucht. Das Reflexivpronomen („sich“) ist also ein fester Bestandteil der Konstruktion.
Sie zerreißt sich für ihre Kinder, damit es ihnen an nichts fehlt.
Beide Verben beschreiben ein gewaltsames Teilen durch Reißen. Zerreißen ist die allgemeinere Bezeichnung, während zerfetzen besondere Heftigkeit und viele kleine Fetzen hervorhebt. Bei einer einfachen Teilung passt zerreißen, bei starker Zerstörung eher zerfetzen.

Sie zerreißt das alte Tuch mit einem kräftigen Zug in zwei Teile.
Wütend zerfetzt sie das alte Tuch in viele kleine Stücke.