abtrünnig
Die eigene Gruppe, Gemeinschaft, Religion oder Überzeugung treulos verlassen und sich von ihr abwenden. Drückt einen Verrat oder eine Lossagung aus.
Der abtrünnige Spion verkaufte Staatsgeheimnisse an den Feind.

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Die eigene Gruppe, Gemeinschaft, Religion oder Überzeugung treulos verlassen und sich von ihr abwenden. Drückt einen Verrat oder eine Lossagung aus.
Der abtrünnige Spion verkaufte Staatsgeheimnisse an den Feind.

Das Adjektiv wird sehr oft mit dem Verb „werden“ in einer festen Konstruktion verwendet: „jemandem/etwas abtrünnig werden“. Die Person oder Institution, die man verrät, steht dabei im Dativ.
Er wurde seiner Partei abtrünnig und gründete eine neue Bewegung.
Wenn „abtrünnig“ vor einem Nomen steht, beschreibt es meist Personen, die eine Gruppe verlassen haben. Typische Beispiele sind „ein abtrünniger Agent“, „ein abtrünniges Mitglied“ oder „ein abtrünniger Priester“.
Das abtrünnige Mitglied wurde aus dem Verein ausgeschlossen.
„Abtrünnig“ ist ein formelles Wort mit einer starken negativen und moralischen Wertung. Es impliziert Untreue oder Verrat und ist keine neutrale Beschreibung für das Verlassen einer Gruppe.
Die Königsfamilie betrachtete ihn als abtrünnig.
„treu“ und „abtrünnig“ stehen in einem klaren Gegensatz, wenn es um Loyalität geht. Wer „treu“ ist, bleibt einer Person, einer Gruppe oder einer Überzeugung verbunden und zuverlässig. Wer „abtrünnig“ wird, wendet sich von einer Gruppe, Religion oder Überzeugung ab. „abtrünnig“ klingt stärker und ernster als einfach „nicht treu“, weil es oft nach Verrat oder Bruch mit einer Gemeinschaft klingt. Für normale Beziehungen sagt man meistens „treu“ oder „untreu“; „abtrünnig“ passt eher zu Gruppen, Parteien, Religionen oder festen Überzeugungen.

Einige Mitglieder wurden der Partei abtrünnig und gründeten eine neue Gruppe.
Auch in schweren Zeiten blieb Maria ihren Freunden treu.