
der Faden
Ein dünnes, langes und biegsames Material aus miteinander verbundenen Fasern, das zum Nähen, Weben oder Binden verwendet wird.
Der Faden ist zu dünn für diesen Stoff.
Faden
der Faden, die Fäden
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Ein dünnes, langes und biegsames Material aus miteinander verbundenen Fasern, das zum Nähen, Weben oder Binden verwendet wird.
Der Faden ist zu dünn für diesen Stoff.

Eine dünne, fadenähnliche Linie oder Struktur, zum Beispiel in einem technischen oder biologischen Zusammenhang.
Unter dem Mikroskop waren die feinen Fäden des Pilzmyzels deutlich zu erkennen.

Der gedankliche oder inhaltliche Zusammenhang eines Gesprächs, einer Erzählung oder einer Argumentation.
Die vielen Unterbrechungen machten es schwer, dem Faden des Gesprächs zu folgen.

Ein durchgehendes Thema oder ein erkennbarer Zusammenhang, der sich durch eine Rede, einen Text oder ein Vorhaben zieht.
In ihrem Vortrag fehlte leider der rote Faden.

Den gedanklichen Zusammenhang verlieren und deshalb nicht mehr wissen, wie man etwas weitererzählen oder erklären soll.
Entschuldigung, ich habe gerade den Faden verloren.

Ein Gespräch, eine Erzählung oder eine Argumentation an einer früheren Stelle weiterführen.
Nach der kurzen Pause nahm die Rednerin den Faden wieder auf.

In einer unsicheren oder gefährdeten Lage sein, in der eine kleine Veränderung große Folgen haben kann.
Nach dem Unfall hing sein Leben am seidenen Faden.

Ein altes Längenmaß aus der Seefahrt, mit dem vor allem die Wassertiefe angegeben wurde; ein Faden entspricht ungefähr 1,8 Metern.
Die Wassertiefe wurde früher in Faden angegeben.
| Genus | maskulin der |
|---|---|
| Plural | die Fäden |
| Genitiv | des Fadens |
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Faden | die Fäden die Faden |
| Akkusativ | den Faden | die Fäden die Faden |
| Dativ | dem Faden | den Fäden den Faden |
| Genitiv | des Fadens | der Fäden der Faden |
Der Artikel ändert sich mit dem Fall; er ist farbig markiert.
Im wörtlichen Sinn steht „Faden“ häufig mit Tätigkeiten wie „einfädeln“, „vernähen“ und „abschneiden“. Auch die feste Verbindung „der Faden reißt“ ist sehr gebräuchlich.
Sie fädelte den Faden vorsichtig durch das Nadelöhr.
Beim Nähen riss der Faden plötzlich.
In dieser Bedeutung bezeichnet „Faden“ etwas, das wie ein Faden aussieht, etwa feine Strukturen in Pflanzen und Pilzen oder einen dünnen Strang aus einer zähen Masse. Typisch ist die Verbindung „Fäden ziehen“, etwa bei geschmolzenem Käse oder Honig.
Der geschmolzene Käse auf der Pizza zog lange Fäden.
In der übertragenen Bedeutung steht „Faden“ häufig mit Wörtern wie „Gespräch“, „Erzählung“, „Argumentation“ oder „Gedanke“. Dadurch wird „Faden“ meist als Zusammenhang eines längeren sprachlichen Verlaufs erkannt.
In der Mitte des Romans reißt der Faden der Erzählung plötzlich ab.
Die feste Verbindung „der rote Faden“ wird besonders für Vorträge, Texte, Gespräche und Projekte verwendet. Häufige Verben dazu sind „haben“, „erkennen“ und „verlieren“.
Der Bericht hat einen klaren roten Faden und ist leicht zu lesen.
In „den Faden verlieren“ steht „Faden“ im Akkusativ, weil die Wendung ein Akkusativobjekt enthält. Die Wendung wird oft in Gesprächen oder beim Erklären verwendet, auch mit „gerade“ oder „kurz“.
Wegen der Zwischenfragen verlor die Dozentin kurz den Faden.
„Den Faden aufnehmen“ wird oft mit „wieder“ oder „dort“ verbunden und bezeichnet die Fortsetzung nach einer Pause oder Unterbrechung. Auch hier steht „Faden“ im Akkusativ.
Nach dem Telefonat nahm er den Faden seiner Erklärung wieder auf.
In der festen Wendung „am seidenen Faden hängen“ steht „am“ für „an dem“ und verlangt den Dativ. Die Wendung beschreibt meist eine Lage, deren Ausgang noch völlig unsicher ist.
Nach dem knappen Wahlergebnis hing die Entscheidung am seidenen Faden.
Als Längenmaß kommt „Faden“ heute vor allem in historischen, nautischen oder fachlichen Texten vor. In diesem Gebrauch steht das Wort häufig mit Angaben zur Wassertiefe oder Entfernung.
Der alte Bericht nennt eine Wassertiefe von zwölf Faden.