
sich erwehren
Sich aktiv gegen einen Angriff, eine Gefahr oder eine Belästigung verteidigen.
Der Wanderer musste sich eines angreifenden Hundes erwehren.
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Sich aktiv gegen einen Angriff, eine Gefahr oder eine Belästigung verteidigen.
Der Wanderer musste sich eines angreifenden Hundes erwehren.

Einem Gefühl, einem Gedanken oder einem Eindruck nicht widerstehen können; etwas unwillkürlich empfinden oder tun müssen.
Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er nicht die Wahrheit sagte.
„Erwehren“ ist immer reflexiv, es wird also immer mit einem Reflexivpronomen (mich, dich, sich, uns, euch, sich) im Akkusativ verwendet. Ohne dieses Pronomen ist der Satz unvollständig.
Wir mussten uns gegen die vielen Mücken erwehren.
Dieses Verb verlangt ein Objekt im Genitiv. Das ist im modernen Deutsch selten und ein Zeichen für einen gehobenen Stil. Man erwehrt sich „einer Sache“ oder „einer Person“.
Die Politikerin erwehrte sich der kritischen Fragen der Journalisten.
Das Verb „sich erwehren“ gehört zur gehobenen Schriftsprache. In der alltäglichen Umgangssprache wird es nur selten verwendet.
Er versuchte, sich des Schlafes zu erwehren, um den Film zu Ende zu sehen.
Die zweite Bedeutung wird fast ausschließlich in der festen Wendung „sich einer Sache nicht erwehren können“ benutzt. Die Sache ist dabei immer ein Gefühl, ein Gedanke oder ein Eindruck.
Sie konnte sich eines Lächelns nicht erwehren, als sie das alte Foto sah.
Bei einem Gefühl oder Impuls kann widerstehen mit einem Dativobjekt ausdrücken, ob jemand nachgibt oder nicht. Erwehren erscheint hier in der festen reflexiven Wendung „sich einer Sache nicht erwehren können“ und bezeichnet gerade das unwillkürliche Nachgeben. Für die gewöhnliche freie Formulierung passt widerstehen.

Paul kann sich eines Lächelns nicht erwehren.
Paul kann dem Drang zu lächeln nicht widerstehen.