gewahren
Eine gehobene und veraltende Bezeichnung für das plötzliche Sehen, Bemerken oder Wahrnehmen von etwas oder jemandem.
Als er sich umdrehte, gewahrte er eine Gestalt, die im Schatten der Bäume stand.

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Eine gehobene und veraltende Bezeichnung für das plötzliche Sehen, Bemerken oder Wahrnehmen von etwas oder jemandem.
Als er sich umdrehte, gewahrte er eine Gestalt, die im Schatten der Bäume stand.

Dieses Verb ist sehr gehoben und literarisch. Man findet es fast ausschließlich in Romanen oder poetischen Texten, aber nicht in der Alltagssprache.
In der Dämmerung gewahrte sie eine Bewegung am Waldrand.
„Gewahren“ ist mit „wahr“ und „wahrnehmen“ verwandt. Es beschreibt den Moment, in dem man sich einer Sache visuell bewusst wird oder sie als „wahr“ für die eigenen Sinne erkennt.
Plötzlich nahm er einen seltsamen Geruch wahr.
Das Verb „gewahren“ wird immer mit einem Akkusativobjekt verwendet. Man gewahrt jemanden oder etwas.
Erst nach einigen Sekunden gewahrte er den kleinen Vogel im Baum.
„sehen“ und „gewahren“ können beide bedeuten, dass man etwas mit den Augen wahrnimmt. „sehen“ ist das normale Wort im Alltag und passt fast immer. „gewahren“ klingt gehoben, altmodisch und oft literarisch. Es betont eher, dass man etwas plötzlich bemerkt oder entdeckt. In normalen Gesprächen sagt man fast immer „sehen“. „gewahren“ passt eher in Texte, Erzählungen oder sehr formelle Sprache.

Im dunklen Flur gewahrte sie plötzlich eine Gestalt.
Vom Fenster aus sehe ich den Bus an der Haltestelle.