Ein tief sitzendes, oft über längere Zeit gehegtes Gefühl von Ärger, Bitterkeit oder Feindseligkeit gegenüber jemandem wegen einer vergangenen Kränkung oder eines Unrechts.
beispiel
Auch Jahre nach dem Streit hegte er noch einen tiefen Groll gegen seinen ehemaligen Freund.
Tipps
Typische Verben
„Groll“ wird sehr oft mit dem Verb „hegen“ kombiniert, was „pflegen“ oder „in sich tragen“ bedeutet. Weitere typische Verben sind „empfinden“ oder „verspüren“.
BEISPIEL
Er hegt seit der Auseinandersetzung einen Groll gegen seinen Nachbarn.
Richtige Präposition
Das Gefühl des Grolls richtet sich immer „gegen“ eine Person oder eine Sache. Die korrekte Struktur lautet: Groll gegen jemanden/etwas hegen. Auf die Präposition folgt der Akkusativ.
BEISPIEL
Sie konnte ihren Groll gegen die ungerechte Behandlung nicht verbergen.
Register und Stil
Das Wort „Groll“ gehört einem eher gehobenen oder schriftlichen Sprachstil an. Es beschreibt einen Ärger, der tiefer sitzt und länger andauert als alltäglicher Zorn.
BEISPIEL
In seinem Brief wurde der tiefe Groll deutlich, den er immer noch empfand.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Groll vs Hass
„der Hass“ und „der Groll“ können beide ein feindliches Gefühl gegenüber jemandem beschreiben. „Hass“ ist sehr stark und kann sich allgemein gegen eine Person, Gruppe oder Sache richten. „Groll“ entsteht oft aus einer alten Kränkung oder einem erlebten Unrecht. Er ist wie ein Ärger, den man lange in sich trägt. Die Wörter können verwechselt werden, weil beide lange anhalten können. „Groll“ passt besonders, wenn jemand nicht vergeben kann; „Hass“ ist breiter und meist noch härter.
Groll
Gegen seinen Bruder hegte er noch immer Groll wegen des alten Streits.
Hass
Nach dem Streit wollte sie nicht, dass Hass ihr Leben bestimmt.