Eine Person, die sich in einem neuen, oft fernen Gebiet (einer Kolonie) niederlässt, um dort zu leben und das Land zu bewirtschaften. Historisch oft verbunden mit der Verdrängung der einheimischen Bevölkerung.
beispiel
Die ersten europäischen Kolonisten in Australien waren meist britische Strafgefangene.
Tipps
Wortfamilie
„Der Kolonist“ gehört zur Wortfamilie um „die Kolonie“ (das besiedelte Gebiet) und „kolonisieren“ (das Besiedeln). Die Endung „-ist“ bezeichnet eine Person, die diese Handlung ausführt.
BEISPIEL
Die Kolonisten gründeten eine neue Siedlung am Fluss.
Historischer Begriff
Das Wort „Kolonist“ wird fast ausschließlich für Personen in einem historischen Kontext verwendet. Für Menschen, die heute in ein anderes Land ziehen, benutzt man andere Begriffe.
BEISPIEL
Das Museum zeigt das Leben der ersten Kolonisten im 18. Jahrhundert.
Kontexthinweis
Man unterscheidet zwei Arten von Kolonisten: Siedler in Überseegebieten (z.B. in Amerika) und Siedler, die gezielt im eigenen Land angesiedelt wurden (z.B. in Preußen). Der geografische Kontext im Satz macht den Unterschied klar.
BEISPIEL
Die spanischen Kolonisten brachten neue Pflanzen nach Südamerika.
Kultureller Kontext
Heute wird der Begriff „Kolonist“ oft kritisch gesehen. Er ist eng mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden, die auch Ausbeutung und die Verdrängung der indigenen Bevölkerung umfasste.
BEISPIEL
Die Beziehung zwischen den Kolonisten und der einheimischen Bevölkerung war oft von Konflikten geprägt.
Vergleichen mit
confusable
Kolonist vs Einwanderer
„Einwanderer“ und „Kolonist“ können beide Personen bezeichnen, die an einen neuen Ort ziehen und dort leben wollen. Der Unterschied ist aber groß. Ein Einwanderer zieht in ein fremdes Land und wird dort Teil der Gesellschaft. Ein Kolonist gehört meist zu einem historischen Zusammenhang: Er lässt sich in einer Kolonie oder in einem gezielt besiedelten Gebiet nieder. Dabei geht es oft auch um Land, Macht und manchmal um die Verdrängung der Menschen, die schon dort leben. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide mit Ansiedlung zu tun haben. Im heutigen Alltag ist für eine Person, die in ein anderes Land zieht, meist „Einwanderer“ richtig. „Kolonist“ passt eher zu Geschichte und Kolonien.
Kolonist
Im Geschichtsbuch steht, dass der Kolonist neues Land bewirtschaften sollte.
Einwanderer
Als Einwanderer musste Mehmet am Anfang viele Formulare ausfüllen.