
sollen
Drückt aus, dass jemand nach einer Regel, einer Anweisung oder den Erwartungen anderer etwas tun muss oder tun soll.
Du sollst deine Hausaufgaben vor dem Abendessen machen.
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Drückt aus, dass jemand nach einer Regel, einer Anweisung oder den Erwartungen anderer etwas tun muss oder tun soll.
Du sollst deine Hausaufgaben vor dem Abendessen machen.

Drückt einen Auftrag, eine Aufforderung oder einen Befehl aus, besonders wenn jemand ihn an eine andere Person weitergibt oder ausdrücklich erteilt.
Der Arzt sagt, ich soll mich noch eine Woche schonen.

Drückt aus, dass eine Handlung geplant, vorgesehen oder für einen bestimmten Zweck gedacht ist.
Die neue Regelung soll den Verkehr in der Innenstadt verbessern.

Drückt eine Vermutung oder eine nicht selbst bestätigte Information aus; nach Aussage anderer ist etwas so.
Der neue Nachbar soll früher als Journalist gearbeitet haben.

Wird in Fragen verwendet, wenn man wissen möchte, was man tun soll, oder wenn man um einen Rat oder eine Entscheidung bittet.
Soll ich dich morgen vom Bahnhof abholen?

Eine umgangssprachliche Frage, mit der man sein Unverständnis, seinen Ärger oder seine Kritik an einer Handlung ausdrückt.
Was soll das, warum hast du einfach meine Sachen genommen?

Drückt in einer Frage oder Aussage aus, dass etwas angeblich der Fall ist oder dass man eine Behauptung bezweifelt.
Das soll ein besonders gutes Restaurant sein?
„Sollen“ steht normalerweise mit einem zweiten Verb im Infinitiv. Im Hauptsatz steht dieser Infinitiv am Satzende; im Nebensatz stehen „sollen“ und der Infinitiv zusammen am Ende.
Wir sollen morgen früher anfangen.
Bei einer Verneinung steht „nicht“ normalerweise vor dem Infinitiv. So wird die Handlung selbst verneint, zu der jemand aufgefordert oder verpflichtet ist.
Du sollst heute nicht so spät ins Bett gehen.
Diese Bedeutung erkennt man oft an Ausdrücken wie „laut Hausordnung“, „nach den Regeln“ oder „laut Plan“. Sie zeigen, dass die erwartete Handlung aus einer Regel oder Vorgabe kommt.
Laut Hausordnung sollen die Bewohner nach 22 Uhr leise sein.
Bei einem weitergegebenen Auftrag steht häufig zuerst die Person oder Institution, die den Auftrag erteilt hat, gefolgt von einem Nebensatz mit „soll“. Die handelnde Person ist dann das Subjekt im Nebensatz.
Der Trainer sagt, wir sollen vor dem Spiel viel Wasser trinken.
Bei Plänen und Maßnahmen verbindet sich „sollen“ häufig mit Verben wie „verbessern“, „verhindern“ und „ermöglichen“. Das Subjekt bezeichnet dabei oft eine Regelung, ein Projekt oder eine Maßnahme.
Die neue Ampel soll Unfälle an dieser Kreuzung verhindern.
Für eine nicht selbst bestätigte Information über die Vergangenheit steht „sollen“ oft mit einem erweiterten Infinitiv: Partizip II plus „haben“ oder „sein“.
Der Politiker soll die Entscheidung schon am Montag getroffen haben.
In Fragen mit „Soll ich ...?“ steht die handelnde Person als Subjekt. Ein Dativ bezeichnet dabei oft die Person, für die etwas getan wird.
Soll ich dir die Unterlagen morgen mitbringen?
„Was soll das?“ ist eine feste, umgangssprachliche Frage. Die kurze Form klingt je nach Situation erstaunt, verärgert oder kritisch.
Was soll das? Warum hast du die Tür abgeschlossen?
In „Das soll ... sein?“ zeigt die Frageform häufig Zweifel an einer Behauptung. Die Betonung liegt dabei oft auf dem Teil, den der Sprecher für unglaubwürdig hält.
Das soll ein sicherer Weg sein?