Die formelle und offizielle Befragung einer Person durch eine Behörde, insbesondere durch die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder ein Gericht. Ziel ist die Aufklärung eines Sachverhalts.
beispiel
Der Zeuge wurde zur Vernehmung auf die Polizeiwache geladen.
Tipps
Wortfamilie
„Die Vernehmung“ ist das Nomen zum Verb „vernehmen“. Das Verb bedeutet „jemanden offiziell befragen“ oder auch „etwas wahrnehmen“. Die Endung „-ung“ macht aus der Handlung ein Nomen und ist immer feminin.
BEISPIEL
Der Polizist wird den Zeugen morgen vernehmen.
Kontext und Register
Dieses Wort gehört fest in den juristischen und polizeilichen Sprachgebrauch. Es ist ein formeller Begriff für eine offizielle Befragung und wird nicht im Alltag für normale Gespräche verwendet.
BEISPIEL
Die Vernehmung fand im Beisein seines Anwalts statt.
Typische Verbindungen
Häufige Kombinationen sind „polizeiliche Vernehmung“ oder „gerichtliche Vernehmung“. Man wird „zu einer Vernehmung geladen“ oder „einer Vernehmung unterzogen“. Die befragte Person steht oft im Genitiv: „die Vernehmung des Zeugen“.
BEISPIEL
Die Vernehmung des Angeklagten dauerte mehrere Stunden.
Vergleichen mit
confusable
Vernehmung vs Aussage
„die Aussage“ und „die Vernehmung“ kommen beide oft in offiziellen Situationen vor, zum Beispiel bei der Polizei oder vor Gericht. Sie meinen aber nicht dasselbe. „Die Aussage“ ist der Inhalt oder die Erklärung, die eine Person abgibt. „Die Vernehmung“ ist die formelle Befragung selbst, also die Situation, in der Fragen gestellt werden. Lernende können die Wörter verwechseln, weil eine Aussage oft während einer Vernehmung gemacht wird. Merke: Die Vernehmung ist der Vorgang, die Aussage ist das, was dabei gesagt wird.
Vernehmung
Vor der Vernehmung wartet die Zeugin nervös im Flur.
Aussage
Nach dem Unfall schrieb der Polizist die Aussage des Fahrers auf.