nicht wahrhaben wollen
Sich weigern, eine unangenehme oder schockierende Tatsache als real zu akzeptieren.
Sie wollte es einfach nicht wahrhaben, dass sie die Prüfung nicht bestanden hatte.

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Sich weigern, eine unangenehme oder schockierende Tatsache als real zu akzeptieren.
Sie wollte es einfach nicht wahrhaben, dass sie die Prüfung nicht bestanden hatte.

Das Verb setzt sich aus „wahr“ und „haben“ zusammen und ist trennbar. Die Vorsilbe „wahr“ steht im Hauptsatz am Ende, bleibt im Nebensatz aber mit dem Verb verbunden.
Er wollte die schlechte Nachricht nicht wahrhaben.
Dieses Verb wird fast ausschließlich in der festen Wendung „etwas nicht wahrhaben wollen“ verwendet. Das „etwas“ kann dabei ein Nomen im Akkusativ oder ein ganzer Nebensatz mit „dass“ sein.
Sie will seinen Verrat einfach nicht wahrhaben.
Die positive Form, also die Verwendung ohne „nicht“ und „wollen“, ist extrem selten. Sie wirkt sehr formell, fast schon veraltet, und kommt in der Alltagssprache praktisch nicht vor.
Er musste die Niederlage als Tatsache wahrhaben.
„akzeptieren“ und „wahrhaben“ haben beide mit dem Anerkennen einer Wahrheit zu tun. „akzeptieren“ kann man für viele Fakten, Regeln oder unvermeidbare Situationen benutzen. „wahrhaben“ bezieht sich besonders auf Tatsachen, die unangenehm, traurig oder schockierend sind. Sehr typisch ist die Form „nicht wahrhaben wollen“: Jemand weigert sich innerlich, eine Realität zu sehen. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide „als wahr annehmen“ meinen können. Praktisch gilt: Bei einer normalen Tatsache sagt man meist „akzeptieren“; bei einer schmerzhaften Wahrheit und innerem Widerstand passt „wahrhaben“ besser.

Am Abend will sie nicht wahrhaben, dass sie die Prüfung nicht bestanden hat.
Nach dem Gespräch akzeptiert Max, dass der Kurs schon voll ist.