Ein Bürger, der seine Wut und seinen Protest über politische Entscheidungen oder gesellschaftliche Missstände öffentlich und oft lautstark zum Ausdruck bringt. Der Begriff ist eine neuere Wortschöpfung und wird teils kritisch verwendet.
beispiel
Bei der Demonstration versammelten sich zahlreiche Wutbürger, um gegen das Bauprojekt zu protestieren.
Tipps
Wortzusammensetzung
Der Begriff setzt sich aus „Wut“ (starker Zorn) und „Bürger“ (Einwohner eines Staates) zusammen. Er beschreibt also einen Bürger, der seine Wut öffentlich zeigt.
BEISPIEL
Die Zeitung berichtete über die „Wutbürger“ bei der Kundgebung.
Register und Stil
„Wutbürger“ ist eine relativ neue Wortschöpfung, die 2010 in Deutschland zum „Wort des Jahres“ gewählt wurde. Man findet den Begriff vor allem in den Medien und in politischen Diskussionen.
BEISPIEL
Der Begriff „Wutbürger“ prägte die politische Debatte in diesem Jahr.
Kritische Konnotation
Der Begriff wird oft mit einer kritischen oder distanzierten Haltung verwendet. Er kann andeuten, dass der Protest der Person als übertrieben oder wenig konstruktiv wahrgenommen wird.
BEISPIEL
Der Politiker bezeichnete die Demonstranten abwertend als Wutbürger.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Wutbürger vs Rebell
„der Rebell“ und „der Wutbürger“ haben beide mit Protest gegen Regeln, Entscheidungen oder Autoritäten zu tun. „Rebell“ ist stärker: Ein Rebell stellt sich aktiv gegen eine Ordnung und kann auch gewaltsam handeln oder bewusst gegen gesellschaftliche Regeln leben. „Wutbürger“ meint eher einen Bürger, der öffentlich und laut seine Wut über Politik oder Missstände zeigt. Das Wort wird oft kritisch verwendet. Verwechseln kann man die Wörter, weil beide gegen etwas sind. Aber ein Wutbürger protestiert meist als Bürger in der Öffentlichkeit, während ein Rebell grundsätzlicher gegen eine Ordnung kämpft.
Wutbürger
Der Wutbürger rief laut vor dem Rathaus, weil er mit dem neuen Bauprojekt unzufrieden war.
Rebell
Als Rebell wollte er die alten Regeln der Gruppe nicht mehr akzeptieren.