bürgerlich
Bezogen auf die soziale Mittelschicht (das Bürgertum), deren Werte, Lebensstil oder Konventionen. Kann eine gewisse Konventionalität oder Gediegenheit implizieren.
Sie führte ein ruhiges, bürgerliches Leben in der Vorstadt.

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Bezogen auf die soziale Mittelschicht (das Bürgertum), deren Werte, Lebensstil oder Konventionen. Kann eine gewisse Konventionalität oder Gediegenheit implizieren.
Sie führte ein ruhiges, bürgerliches Leben in der Vorstadt.

Das Adjektiv „bürgerlich“ leitet sich vom Nomen „der Bürger“ ab. Die Endung „-lich“ verwandelt das Nomen in ein Adjektiv, das „in der Art eines Bürgers“ oder „zum Bürger gehörend“ bedeutet.
Die bürgerlichen Rechte und Pflichten sind im Gesetz festgelegt.
Wenn „bürgerlich“ im Zusammenhang mit Lebensstil, Werten oder Kultur verwendet wird, bezieht es sich auf die traditionelle Mittelschicht. Es kann eine neutrale Beschreibung sein oder eine leicht negative Konnotation von „konventionell“ haben.
Sie schätzen eine traditionelle, bürgerliche Einrichtung mit alten Holzmöbeln.
Im juristischen oder administrativen Kontext bedeutet „bürgerlich“ so viel wie „zivil“ und steht im Gegensatz zu „staatlich“ oder „kirchlich“. Die wichtigste Verbindung ist „das Bürgerliche Gesetzbuch“ (BGB).
Ein Kaufvertrag ist ein Rechtsgeschäft des bürgerlichen Rechts.
In politischen Diskussionen bezeichnet „bürgerlich“ Parteien und Positionen, die als konservativ, liberal oder wirtschaftsfreundlich gelten. Es dient als Sammelbegriff für das politische Spektrum rechts der Mitte.
Die Zeitung vertritt eine eher bürgerliche Perspektive.
In der soziokulturellen Bedeutung wird „bürgerlich“ oft mit bestimmten Nomen kombiniert. Typisch sind „ein bürgerliches Leben führen“, „bürgerliche Konventionen“ oder „bürgerliche Küche“.
Das Restaurant ist bekannt für seine gute bürgerliche Küche.
„staatlich“ und „bürgerlich“ können einen Gegensatz bilden, wenn es um Staat und zivile oder private Bereiche geht. „Staatlich“ bedeutet: vom Staat, zum Staat gehörend oder durch den Staat geregelt. „Bürgerlich“ meint in dieser Beziehung eher zivil und nicht militärisch, nicht kirchlich oder nicht direkt staatlich. Man findet es oft in festen Ausdrücken wie „bürgerliches Recht“ oder „bürgerlich heiraten“. Die Wörter können verwirren, weil beide mit Gesellschaft und Regeln zu tun haben. Wichtig ist: „staatlich“ zeigt auf den Staat als Institution, „bürgerlich“ eher auf den Bereich der Bürger und des zivilen Lebens.

Am Freitag heiraten sie bürgerlich im Standesamt.
Die staatliche Prüfung findet jedes Jahr im Frühjahr statt.