Der rechtliche Akt, durch den der Staat einer Person oder einem Unternehmen das Eigentum, insbesondere an Grundstücken, gegen eine Entschädigung entzieht. Dies geschieht in der Regel für Zwecke, die dem Allgemeinwohl dienen.
beispiel
Die Enteignung der Anwohner war für den Bau der neuen Bahnstrecke unumgänglich.
Tipps
Wortfamilie
Das Nomen „Enteignung“ kommt vom Verb „enteignen“. Die Vorsilbe „ent-“ bedeutet hier „wegnehmen“ und „eigen“ bezieht sich auf Eigentum. „Enteignen“ heißt also, jemandem sein Eigentum wegzunehmen.
BEISPIEL
Der Staat kann Bürger unter bestimmten Umständen enteignen.
Typische Verbindungen
Im Zusammenhang mit „Enteignung“ hört man oft die Wendung „gegen eine Entschädigung“, da der Entzug von Eigentum rechtlich ausgeglichen werden muss. Häufige Verben sind „drohen“, „fordern“ oder „durchführen“.
BEISPIEL
Den Grundstücksbesitzern droht die Enteignung für den Autobahnbau.
Register und Stil
Dies ist ein Fachbegriff aus dem Rechts- und Politikbereich. Er wird hauptsächlich in formellen Kontexten wie Gesetzen, Nachrichten oder politischen Debatten verwendet.
BEISPIEL
Im Parlament wird über das neue Gesetz zur Enteignung von Immobilien diskutiert.
Vergleichen mit
confusable
Enteignung vs Aneignung
„Enteignung“ und „Aneignung“ klingen ähnlich und haben beide mit Besitz zu tun, aber die Richtung ist verschieden. Bei einer „Enteignung“ nimmt der Staat jemandem Eigentum weg, meist in einem rechtlichen Verfahren und oft gegen Entschädigung. Bei einer „Aneignung“ nimmt sich jemand etwas in Besitz oder macht es sich zu eigen. Das kann je nach Situation rechtmäßig oder problematisch sein. Die Verwechslungsgefahr entsteht durch die ähnliche Form der Wörter. Als einfache Hilfe: „Enteignung“ bedeutet, jemand verliert Eigentum durch den Staat. „Aneignung“ bedeutet, jemand nimmt oder übernimmt etwas.
Enteignung
Die geplante Enteignung des Grundstücks wurde im Stadtrat lange diskutiert.
Aneignung
Die Aneignung fremder Sachen ist ohne Erlaubnis nicht erlaubt.