gnädig
Barmherzig und nachsichtig sein, besonders von einer Position der Macht aus; bereit sein, eine Strafe zu erlassen oder zu mildern.
Der Richter zeigte sich gnädig und verhängte nur eine Geldstrafe.

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Barmherzig und nachsichtig sein, besonders von einer Position der Macht aus; bereit sein, eine Strafe zu erlassen oder zu mildern.
Der Richter zeigte sich gnädig und verhängte nur eine Geldstrafe.

Das Adjektiv „gnädig“ leitet sich direkt vom Nomen „die Gnade“ (mercy, grace) ab. Eine gnädige Person ist also jemand, der Gnade zeigt oder voller Güte ist.
Er bat um Gnade, doch der König war nicht gnädig.
In der Bedeutung „barmherzig“ wird „gnädig“ oft für Personen in einer Machtposition verwendet, wie Richter, Könige oder Gott. Eine typische Konstruktion ist „sich gnädig zeigen“.
Das Gericht zeigte sich gnädig und reduzierte die Strafe.
Im Alltag kann „gnädig“ ironisch klingen. Man beschreibt damit jemanden, der widerwillig oder von oben herab zustimmt, etwas zu tun, als ob er eine große Gunst erweisen würde.
Na schön, seufzte er, dann helfe ich dir gnädigerweise eben beim Abwasch.
Die Anrede „gnädige Frau“ ist veraltet und wird heute kaum noch ernsthaft verwendet. Man findet sie vor allem in historischen Filmen und Büchern oder als humorvolle Übertreibung.
„Darf ich Ihnen den Mantel abnehmen, gnädige Frau?“, fragte der Portier im alten Film.
„Streng“ und „gnädig“ können Gegensätze sein, wenn es um Regeln, Strafen oder Entscheidungen geht. „Streng“ bedeutet, dass jemand Regeln genau durchsetzt und wenig Ausnahmen macht. Auch Regeln selbst können streng sein. „Gnädig“ bedeutet, dass jemand nachsichtig ist und eine Strafe mildert oder nicht so hart entscheidet. „Streng“ betont also Härte und klare Grenzen, „gnädig“ betont Milde und Nachsicht.

Der Prüfer war gnädig und gab dem Schüler noch eine zweite Chance.
Die Lehrerin ist streng, wenn jemand seine Hausaufgaben nicht macht.