hausen
Unter sehr einfachen, schlechten oder behelfsmäßigen Bedingungen wohnen. Das Wort hat oft eine negative oder abwertende Konnotation.
Die obdachlose Familie musste den Winter über in einer verlassenen Fabrikhalle hausen.

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Unter sehr einfachen, schlechten oder behelfsmäßigen Bedingungen wohnen. Das Wort hat oft eine negative oder abwertende Konnotation.
Die obdachlose Familie musste den Winter über in einer verlassenen Fabrikhalle hausen.

Das Verb „hausen“ ist direkt vom Nomen „das Haus“ abgeleitet. Während „Haus“ neutral ist, hat das Verb „hausen“ heute meist eine spezielle, oft negative Bedeutung entwickelt.
Man konnte kaum glauben, dass in dieser baufälligen Hütte Menschen hausten.
Das Verb „hausen“ wird fast immer mit einer Ortsangabe verwendet, die durch eine Präposition eingeleitet wird. Typische Präpositionen sind „in“, „auf“ oder „unter“.
Die Mäuse hausen auf dem Dachboden.
Wenn „hausen“ für Menschen verwendet wird, hat es eine stark negative Konnotation. Es impliziert, dass jemand unter sehr schlechten, armseligen oder unzivilisierten Bedingungen lebt.
Nach dem Erdbeben mussten viele Familien in Zelten hausen.
In der Bedeutung „wüten“ oder „sich austoben“ wird „hausen“ oft mit Adverbien wie „schlimm“, „übel“ oder „fürchterlich“ kombiniert. Die Wendung „schlimm hausen“ bedeutet, große Unordnung oder Zerstörung zu verursachen.
Die Einbrecher haben im ganzen Haus schlimm gehaust.
Wenn das Subjekt des Satzes ein Tier ist, ist „hausen“ oft neutraler und bedeutet einfach „leben“ oder „nisten“. Die negative Konnotation ist hier meist nicht vorhanden.
In diesem alten Baum haust eine ganze Kolonie von Fledermäusen.
„leben“ und „hausen“ können beide beschreiben, dass jemand irgendwo wohnt. „leben“ ist neutral und passt in fast allen normalen Situationen. „hausen“ benutzt man nur, wenn die Wohnbedingungen sehr schlecht, einfach oder chaotisch sind. Das Wort klingt oft negativ oder abwertend. Deshalb kann es unhöflich sein, wenn man es über Menschen sagt. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide mit Wohnen zu tun haben. Als sichere Wahl ist „leben“ meistens richtig; „hausen“ passt nur, wenn man die schlechten Bedingungen deutlich betonen will.

Nach dem Brand hausten die Arbeiter für einige Tage in einem kalten Keller.
Du hast lange in einem Studentenwohnheim gelebt.