
kehren
Mit einem Besen den Boden reinigen, indem man Schmutz und Staub zusammenfegt.
Jeden Samstag muss ich den Hof kehren.
Loading your saved state.

Mit einem Besen den Boden reinigen, indem man Schmutz und Staub zusammenfegt.
Jeden Samstag muss ich den Hof kehren.

Die Beziehung oder den Kontakt zu jemandem beenden und sich bewusst von dieser Person abwenden.
Nach dem heftigen Streit hat er seiner besten Freundin den Rücken gekehrt.

Versuchen, ein Problem, einen Fehler oder eine unangenehme Tatsache zu verbergen oder zu vertuschen, anstatt sich damit auseinanderzusetzen.
Die Leitung versuchte, die finanziellen Probleme der Firma unter den Teppich zu kehren.

Eine Drehung oder Wendung um 180 Grad machen; die Richtung komplett ändern. Wird heute fast nur noch als Befehl (z.B. beim Militär) oder in abgeleiteten Wörtern wie „Kehrtwende“ verwendet.
Der Feldwebel schrie: „Kompanie, kehrt!“

Sich zurückziehen, um in Ruhe über sich selbst, seine Gedanken und Gefühle nachzudenken; meditieren oder reflektieren.
Im Kloster hatte er endlich Zeit, in sich zu kehren und über sein Leben nachzudenken.
Die Grundbedeutung von „kehren“ ist „eine Wendung machen“. Diese Idee findet sich in allen Bedeutungen wieder: beim Kehren mit dem Besen (Schmutz bewegen/wenden), bei der militärischen Kehrtwende oder in Redewendungen wie „jemandem den Rücken kehren“.
Mit einer schnellen Bewegung kehrte er den Schmutz auf ein Kehrblech.
In der Bedeutung „fegen“ wird „kehren“ meist mit Orten kombiniert, die einen Boden haben. Typisch sind „den Hof kehren“, „die Straße kehren“ oder „den Bürgersteig kehren“.
Der Hausmeister muss jeden Morgen den Eingangsbereich kehren.
Die Redewendung „jemandem den Rücken kehren“ ist fest. Die Person, von der man sich abwendet, steht immer im Dativ.
Nach dem großen Verrat hat sie ihm für immer den Rücken gekehrt.
„Etwas unter den Teppich kehren“ ist eine feste Redewendung. Das, was man verheimlichen will, ist das Akkusativ-Objekt des Satzes.
Die Firma hat versucht, den Skandal unter den Teppich zu kehren.
Die Bedeutung „sich umdrehen“ ist heute veraltet. Man findet sie fast nur noch in militärischen Befehlen („Kehrt!“) oder in festen Nomen wie „die Kehrtwende“ (eine komplette Änderung der Richtung oder Meinung).
In der Politik gab es eine überraschende Kehrtwende bei diesem Thema.
Die Wendung „in sich kehren“ bedeutet, sich Zeit für Selbstreflexion zu nehmen. Das Pronomen „sich“ ist hier ein fester Bestandteil.
Nach der anstrengenden Woche wollte er am Wochenende nur in sich kehren.
Wenden und kehren können beide eine vollständige Richtungsänderung bezeichnen. Wenden ist dafür im heutigen Alltag das gewöhnliche Verb. Kehren wird in dieser Bedeutung meist nur noch in Befehlen verwendet und wirkt außerhalb solcher Situationen ungewöhnlich.

Der Offizier befiehlt den Soldaten: „Kehrt um und marschiert zurück!“
Der Fahrer wendet am Ende der Straße und fährt zurück.