Umgangssprachliche, prädikative Verwendung des Substantivs „das Klischee“, um auszudrücken, dass etwas einem stark vereinfachten, typischen Vorurteil oder einer überholten Vorstellung entspricht.
beispiel
Ein Mann, der nur über Autos und Fußball redet? Das ist ja total Klischee.
Tipps
Kein echtes Adjektiv
Obwohl es wie ein Adjektiv verwendet wird, ist ‚Klischee‘ hier die prädikative Form des Substantivs. Es steht immer unverändert nach Verben wie ‚sein‘ und wird nie vor ein Nomen gestellt oder dekliniert.
BEISPIEL
Die Handlung des Films ist pures Klischee.
Umgangssprachlicher Stil
Die Verwendung von ‚Klischee‘ in dieser Form ist typisch für die Umgangssprache. Man drückt damit direkt und oft emotional aus, dass etwas einem Vorurteil entspricht.
BEISPIEL
Ein Mann, der nicht kochen kann? Das ist doch voll Klischee!
Typische Verstärkungen
In der Umgangssprache wird ‚Klischee‘ oft mit Adverbien wie ‚total‘, ‚voll‘, ‚echt‘ oder ‚pures‘ verstärkt, um die Aussage zu betonen.
BEISPIEL
Ein Happy End in diesem Film wäre pures Klischee.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Klischee vs typisch
„typisch“ und „das Klischee“ können beide ausdrücken, dass etwas einem bekannten Bild entspricht. „typisch“ ist dabei meist neutral: Etwas passt gut zu einer Person, Gruppe oder Situation. „Das Klischee“ sagt man umgangssprachlich, wenn dieses Bild sehr einfach, übertrieben oder wie ein Vorurteil wirkt. Deshalb kann „das ist Klischee“ auch kritisch klingen. Verwechseln kann man die Wörter, wenn etwas sehr bekannt oder erwartbar ist. Eine gute Orientierung ist: „typisch“ beschreibt ein echtes charakteristisches Merkmal, „Klischee“ eher ein vereinfachtes Bild.
Klischee
Der Film zeigt den reichen Chef mit Zigarre; das ist wirklich Klischee.
typisch
Der ruhige Ton ist typisch für ihre Art zu sprechen.