Einen völkerrechtlichen Vertrag nach Abschluss durch die zuständigen staatlichen Organe, wie z. B. ein Parlament, prüfen und ihn dadurch rechtskräftig und verbindlich machen.
beispiel
Der Bundestag muss das neue Klimaabkommen noch ratifizieren, bevor es in Kraft treten kann.
Tipps
Register und Stil
„Ratifizieren“ ist ein formeller Begriff aus der Politik und dem Völkerrecht. Er wird fast ausschließlich in offiziellen, schriftlichen oder juristischen Kontexten verwendet und ist kein Wort für den Alltagsgebrauch.
BEISPIEL
Die Nachrichtensprecherin erklärte, dass der Vertrag nun ratifiziert sei.
Typische Verbindungen
Das Verb wird fast immer mit völkerrechtlichen Dokumenten als Objekt kombiniert. Typische Objekte sind „einen Vertrag“, „ein Abkommen“, „eine Konvention“ oder „ein Protokoll“.
BEISPIEL
Mehr als 100 Staaten haben die Konvention bereits ratifiziert.
Wortaufbau
Die Endung „-ieren“ zeigt oft, dass ein Verb aus einer Fremdsprache (meist Latein oder Französisch) stammt. Diese Verben werden im Deutschen regelmäßig und schwach konjugiert (ratifizierte, hat ratifiziert).
BEISPIEL
Das Parlament hat das Gesetz gestern ratifiziert.
Vergleichen mit
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ratifizieren vs bestätigen
„bestätigen“ und „ratifizieren“ können beide eine offizielle Zustimmung ausdrücken. „bestätigen“ ist aber viel allgemeiner: Man kann einen Termin, den Empfang einer Nachricht oder die Richtigkeit einer Information bestätigen. „ratifizieren“ benutzt man nur in einem sehr speziellen politischen und rechtlichen Kontext. Dabei macht ein zuständiges staatliches Organ einen internationalen Vertrag verbindlich. Im Alltag ist fast immer „bestätigen“ richtig; „ratifizieren“ passt nur bei völkerrechtlichen Verträgen.
ratifizieren
Das Parlament ratifiziert den Vertrag nach einer langen Debatte.
bestätigen
Mia bestätigt morgen den Termin für den Sprachkurs.