
schweifen
Den Blick oder die Gedanken ohne festes Ziel umherwandern oder sich bewegen lassen.
Während der langweiligen Präsentation ließ er seinen Blick aus dem Fenster schweifen.
schweifen – schweifte – hat geschweift
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Den Blick oder die Gedanken ohne festes Ziel umherwandern oder sich bewegen lassen.
Während der langweiligen Präsentation ließ er seinen Blick aus dem Fenster schweifen.

Sich in einem Gespräch, einem Text oder einem Vortrag vom eigentlichen Thema entfernen; abschweifen.
Können wir zum Thema zurückkommen? Wir schweifen schon wieder ab.

(veraltet, literarisch) Sich ohne festes Ziel von Ort zu Ort bewegen; umherziehen oder umherstreifen.
Die Nomaden schweiften mit ihren Herden durch die weite Steppe.
| ich | schweife |
|---|---|
| du | schweifst |
| er/sie/es | schweift |
| wir | schweifen |
| ihr | schweift |
| sie | schweifen |
| ich | schweifte |
|---|---|
| du | schweiftest |
| er/sie/es | schweifte |
| wir | schweiften |
| ihr | schweiftet |
| sie | schweiften |
| ich | habe geschweift bin geschweift |
|---|---|
| du | hast geschweift bist geschweift |
| er/sie/es | hat geschweift ist geschweift |
| wir | haben geschweift sind geschweift |
| ihr | habt geschweift seid geschweift |
| sie | haben geschweift sind geschweift |
| du | schweif! schweife! |
|---|---|
| ihr | schweift! |
| Sie | schweifen Sie! |
| ich | hatte geschweift war geschweift |
|---|---|
| du | hattest geschweift warst geschweift |
| er/sie/es | hatte geschweift war geschweift |
| wir | hatten geschweift waren geschweift |
| ihr | hattet geschweift wart geschweift |
| sie | hatten geschweift waren geschweift |
| ich | werde schweifen |
|---|---|
| du | wirst schweifen |
| er/sie/es | wird schweifen |
| wir | werden schweifen |
| ihr | werdet schweifen |
| sie | werden schweifen |
| ich | schweife |
|---|---|
| du | schweifest |
| er/sie/es | schweife |
| wir | schweifen |
| ihr | schweifet |
| sie | schweifen |
Für die indirekte Rede.
| ich | schweifte |
|---|---|
| du | schweiftest |
| er/sie/es | schweifte |
| wir | schweiften |
| ihr | schweiftet |
| sie | schweiften |
Für Wünsche und „würde“.
| Infinitiv | schweifen |
|---|---|
| mit zu | zu schweifen |
| Partizip I | schweifend |
| Partizip II | geschweift |
Die Bedeutung von „schweifen“ erkennen Sie am Objekt: Bezieht es sich auf „Blick“ oder „Gedanken“, geht es ums Umherwandern. Bezieht es sich auf „Thema“, geht es ums Abschweifen. Bezieht es sich auf Personen oder Tiere, geht es ums Umherziehen.
Sein Blick schweifte unruhig durch den Raum.
Der Redner schweifte immer wieder vom eigentlichen Thema ab.
Früher schweiften die Hirten mit ihren Schafen durch das Land.
In dieser Bedeutung wird „schweifen“ sehr oft in der festen Konstruktion mit dem Verb „lassen“ verwendet: „den Blick schweifen lassen“ oder „die Gedanken schweifen lassen“.
Am Strand ließ sie ihre Gedanken in die Ferne schweifen.
Wenn es darum geht, von einem Thema abzukommen, wird heute fast immer das trennbare Verb „abschweifen“ verwendet. Es ist gebräuchlicher und klarer als das einfache „schweifen“.
Entschuldigung, ich bin vom Thema abgeschweift.
Die Bedeutung „umherziehen“ ist veraltet und wird heute fast nur noch in literarischen oder historischen Texten verwendet.
In alten Gedichten liest man von Rittern, die durch die Wälder schweiften.
Wenn „schweifen“ eine Bewegung von einem Ort zum anderen beschreibt, wird das Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“ gebildet.
Die Wölfe sind nächtelang durch das Revier geschweift.
Ein Blick kann wandern, wenn er sich langsam von einem Punkt zum nächsten bewegt. Schweifen betont stärker, dass Blick oder Gedanken ohne festes Ziel umhergehen. Bei einer erkennbaren Folge passt daher wandern, bei einer ungerichteten Bewegung schweifen.

Im Museum schweifte ihr Blick ohne festes Ziel durch den ganzen Saal.
Im Museum wanderte ihr Blick langsam von einem Bild zum nächsten.