Die gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung bestimmter Berufsgruppen, wie Ärzte, Anwälte oder Therapeuten, vertrauliche Informationen über Klienten oder Patienten nicht an Dritte weiterzugeben.
beispiel
Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht und darf keine Details über seine Patienten verraten.
Tipps
Wortzusammensetzung
Das Wort ist eine klare Zusammensetzung aus „schweigen“ (still sein) und „die Pflicht“ (eine Aufgabe, die man erfüllen muss). Es bedeutet also wörtlich die „Pflicht zu schweigen“.
BEISPIEL
Auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gilt die Schweigepflicht weiter.
Typische Verben
Häufige Verben in diesem Zusammenhang sind „die Schweigepflicht haben“, „die Schweigepflicht verletzen“ oder jemanden „von der Schweigepflicht entbinden“ (befreien).
BEISPIEL
Wer vertrauliche Daten weitergibt, verletzt seine Schweigepflicht.
Dativ-Konstruktion
Eine sehr typische und formelle Formulierung ist „der Schweigepflicht unterliegen“. Das Verb „unterliegen“ verlangt hier immer den Dativ.
BEISPIEL
Als Anwältin unterliegt sie einer strengen Schweigepflicht.
Kontexthinweis
Dieses Wort wird fast ausschließlich im beruflichen Kontext verwendet. Es betrifft vor allem Berufe, die mit sehr persönlichen Daten zu tun haben, wie Ärzte, Psychologen, Anwälte und Seelsorger.
BEISPIEL
Im Medizinstudium lernt man früh die Bedeutung der ärztlichen Schweigepflicht.
Vergleichen mit
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Schweigepflicht vs Geheimhaltung
„die Geheimhaltung“ und „die Schweigepflicht“ haben beide damit zu tun, dass vertrauliche Informationen nicht an andere weitergegeben werden dürfen. „Geheimhaltung“ ist allgemeiner und kann in vielen Situationen gelten, zum Beispiel in einer Firma, bei einem Vertrag oder bei einem Projekt. „Schweigepflicht“ ist genauer: Sie meint eine gesetzliche oder vertragliche Pflicht bestimmter Personen, zum Beispiel von Ärztinnen, Anwälten oder Therapeutinnen. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide eine Pflicht zum Nicht-Weitererzählen ausdrücken. Wenn es um einen Beruf und vertrauliche Informationen über Patienten oder Klienten geht, ist „Schweigepflicht“ meist genauer.
Schweigepflicht
Die Therapeutin darf wegen ihrer Schweigepflicht nichts über das Gespräch erzählen.
Geheimhaltung
Bei dem neuen Vertrag ist die Geheimhaltung aller Kundendaten besonders wichtig.