Ein feierliches, oft formelles Versprechen, das eine Person abgibt. Ein Schwur hat ein höheres Gewicht als ein normales Versprechen und ist oft mit einer rituellen Handlung oder Formel verbunden.
beispiel
Der Zeuge leistete vor Gericht einen Schwur, die Wahrheit zu sagen.
Tipps
Wortfamilie
Das Nomen „der Schwur“ gehört direkt zum Verb „schwören“. Wenn eine Person schwört, etwas zu tun oder nicht zu tun, leistet sie einen Schwur. Das Verstehen des Verbs hilft also, das Nomen zu verstehen.
BEISPIEL
Er schwor, die Wahrheit zu sagen.
Typische Verbindungen
Ein Schwur wird in der Regel nicht „gemacht“, sondern mit speziellen Verben kombiniert. Man „leistet einen Schwur“ oder „legt einen Schwur ab“. Das Gegenteil davon ist, „einen Schwur zu brechen“.
BEISPIEL
Die neue Präsidentin legte vor dem Parlament ihren Schwur ab.
Register und Stil
Die Bedeutung „Fluch“ oder „Verwünschung“ ist veraltet und kommt fast nur noch in literarischen oder historischen Texten vor. Im modernen Deutsch wird „Schwur“ ausschließlich für ein feierliches Versprechen verwendet.
BEISPIEL
Mit einem finsteren Schwur verfluchte er seine Gegner.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Schwur vs Fluch
„der Fluch“ und „der Schwur“ haben beide mit stark gesprochenen Worten zu tun, aber sie meinen heute meistens sehr verschiedene Dinge. Ein „Fluch“ soll Unglück bringen oder ist ein wütender Ausruf. Ein „Schwur“ ist dagegen ein feierliches Versprechen. Verwechslungsgefahr gibt es, weil „Schwur“ in älterer oder literarischer Sprache auch eine Verwünschung bedeuten kann. Im heutigen Alltag ist diese Bedeutung aber selten. Wenn jemand etwas ernst verspricht, passt „Schwur“. Wenn jemand Unglück wünscht oder aus Wut etwas Schlimmes sagt, passt „Fluch“.
Schwur
Vor seinen Freunden legte Julian einen Schwur ab, niemandem das Geheimnis zu verraten.
Fluch
In der Geschichte liegt ein Fluch auf dem alten Schloss.