Eine formelle, oft ironisch oder kritisch gebrauchte Wendung, um eine widersprechende oder direkte Meinung einzuleiten. Es bedeutet so viel wie „wenn Sie gestatten“ oder „entschuldigen Sie die Direktheit“.
beispiel
Mit Verlaub, Herr Minister, aber Ihre Darstellung der Fakten ist unvollständig.
Tipps
Wortfamilie
„Verlaub“ gehört zur Wortfamilie von „erlauben“. Es ist eine alte Form für „Erlaubnis“ und drückt aus, dass man um Zustimmung bittet oder sich diese nimmt.
BEISPIEL
Der Redner bat um Verlaub, eine persönliche Anmerkung machen zu dürfen.
Feste Wendung
Das Nomen „Verlaub“ wird heute fast ausschließlich in der festen Wendung „mit Verlaub“ verwendet. Eine Verwendung als eigenständiges Nomen ist extrem selten und veraltet.
BEISPIEL
Das ist, mit Verlaub, die schlechteste Idee, die ich je gehört habe.
Register und Stil
Die Wendung „mit Verlaub“ ist formell, aber oft ironisch oder kritisch gemeint. Sie leitet eine sehr direkte, oft widersprechende Meinung ein und ist keine einfache, höfliche Entschuldigung.
BEISPIEL
Mit Verlaub, aber Ihre Argumentation ist nicht überzeugend.
Satzstellung
Die Wendung „mit Verlaub“ steht meist am Satzanfang, gefolgt von einem Komma. Sie kann auch als Einschub im Satz verwendet werden, dann wird sie von Kommas umschlossen.
BEISPIEL
Mit Verlaub, so einfach ist die Situation nicht.
Veraltete Bedeutung
Die Bedeutung „Erlaubnis“ ist veraltet. Man findet sie fast nur noch in historischen Texten, in sehr formeller Bürokratie oder in festen Wendungen wie „um Verlaub bitten“.
BEISPIEL
Der Soldat bat seinen Vorgesetzten um Verlaub.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Verlaub vs Zustimmung
„die Zustimmung“ und „der Verlaub“ können beide mit Erlaubnis oder Einverständnis zu tun haben. „Zustimmung“ ist das normale Wort, wenn jemand mit etwas einverstanden ist oder etwas genehmigt. „Verlaub“ ist heute selten und sehr formell; als Nomen meint es eine Erlaubnis, wird aber im Alltag kaum so benutzt. Häufiger hört man die feste Wendung „mit Verlaub“, wenn jemand höflich oder auch kritisch widerspricht. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide wie eine Erlaubnis klingen. Praktisch gilt: Für echtes Einverständnis sagt man fast immer „Zustimmung“.
Verlaub
Mit Verlaub, aber diese Lösung ist für unsere Kunden zu teuer.
Zustimmung
Ohne Evas Zustimmung können wir die Fotos nicht veröffentlichen.