Ein Zustand des Unbehagens oder der Befangenheit, oft ausgelöst durch eine peinliche oder unangenehme soziale Situation. Man fühlt sich unsicher und weiß nicht, wie man reagieren soll.
beispiel
Als er ihren Namen vergaß, war ihm die Verlegenheit deutlich anzusehen.
Tipps
Wortfamilie
„Die Verlegenheit“ ist das Nomen zum Adjektiv „verlegen“, was „befangen“ oder „peinlich berührt“ bedeutet. Wenn Sie „verlegen“ kennen, können Sie sich die Bedeutung von „Verlegenheit“ als den Zustand des Verlegenseins leicht erschließen.
BEISPIEL
Er wurde rot und schaute verlegen auf den Boden.
Typische Verbindungen
Häufige Wendungen sind „in Verlegenheit geraten“ (to get embarrassed), „aus Verlegenheit“ (out of embarrassment) oder „seine Verlegenheit verbergen“ (to hide one's embarrassment).
BEISPIEL
Aus reiner Verlegenheit begann sie, über das Wetter zu reden.
Dativ-Konstruktion
Um auszudrücken, dass man jemandem die Verlegenheit ansehen kann, wird oft eine Dativ-Konstruktion verwendet: „Die Verlegenheit war ihm anzumerken.“
BEISPIEL
Ihm war seine Verlegenheit deutlich anzusehen, als er den Fehler bemerkte.
Feste Wendung
Die Wendung „jemanden in Verlegenheit bringen“ ist sehr gebräuchlich. Die Person, die in die peinliche Situation gebracht wird, steht dabei im Akkusativ.
BEISPIEL
Deine indiskrete Frage hat mich wirklich in Verlegenheit gebracht.
Register und Stil
Die Bedeutung „Notlage“ oder „finanzielle Schwierigkeiten“ ist veraltet und wird heute fast nur noch in formeller oder literarischer Sprache verwendet. Im Alltag ist sie sehr selten.
BEISPIEL
Der plötzliche Jobverlust brachte die Familie in große Verlegenheit.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Verlegenheit vs Unsicherheit
„Unsicherheit“ und „Verlegenheit“ können beide ein unangenehmes Gefühl in sozialen Situationen beschreiben. „Unsicherheit“ ist allgemeiner: Man fühlt sich nicht sicher, hat wenig Selbstvertrauen oder weiß nicht genau, wie man handeln soll. „Verlegenheit“ entsteht oft durch eine peinliche oder unangenehme Situation. Man weiß dann nicht, was man sagen oder tun soll. Die Wörter sind verwechselbar, weil Verlegenheit oft auch Unsicherheit enthält. Wenn die Situation peinlich ist, passt „Verlegenheit“ genauer. Wenn es eher um fehlendes Selbstvertrauen geht, passt „Unsicherheit“ besser.
Verlegenheit
Die direkte Frage brachte Tom in Verlegenheit.
Unsicherheit
Lea hat im Gespräch ihre Unsicherheit schnell verloren.