jemandem etwas vorhalten
Jemandem einen Fehler, ein Versäumnis oder ein negatives Verhalten vorwerfen oder ihn daran erinnern.
Sie hielt ihm bei jedem Streit seine früheren Fehler vor.

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Jemandem einen Fehler, ein Versäumnis oder ein negatives Verhalten vorwerfen oder ihn daran erinnern.
Sie hielt ihm bei jedem Streit seine früheren Fehler vor.

„Vorhalten“ ist ein trennbares Verb. Im Hauptsatz trennt sich die Vorsilbe „vor“ und geht ans Satzende. Im Infinitiv mit „zu“ steht „zu“ zwischen der Vorsilbe und dem Verb.
Er hält ihr ihre Fehler vor.
Die Bedeutung erkennen Sie an der Satzstruktur: Wenn eine Person im Dativ steht („jemandem etwas vorhalten“), geht es um einen Vorwurf. Wenn es um Vorräte geht, die ausreichen, steht das Verb meist ohne Objekt. Wenn etwas physisch vor etwas gehalten wird, gibt es ein Akkusativobjekt.
Sie hielt ihm seine Unpünktlichkeit vor. (Vorwurf)
In der Bedeutung „vorwerfen“ braucht das Verb eine feste Struktur: Die Person, der man etwas vorwirft, steht im Dativ, und der Vorwurf selbst steht im Akkusativ.
Warum hältst du mir das jetzt vor?
Wenn man sich selbst etwas schützend oder verdeckend vorhält, wird das Verb reflexiv mit einem Dativ-Pronomen verwendet: sich die Hand vor den Mund halten.
Sie hielt sich erschrocken die Hände vor das Gesicht.
In dieser Bedeutung wird „vorhalten“ ohne Objekt verwendet. Das Subjekt des Satzes ist der Vorrat, der für eine bestimmte Zeit ausreicht.
Wie lange wird unser Wasservorrat noch vorhalten?
„reichen“ und „vorhalten“ können beide mit genug vorhandenen Mitteln oder Vorräten zu tun haben. „reichen“ sagt einfach, dass eine Menge genug ist. „vorhalten“ benutzt man eher, wenn eine Stelle oder Organisation Vorräte, Material oder Ressourcen bereitstellt, damit sie für eine bestimmte Zeit oder einen Notfall verfügbar sind. Das Wort klingt formeller und technischer. Lernende können es mit „reichen“ verwechseln, weil es auch um ausreichende Menge geht. Im Alltag ist „reichen“ meist natürlicher; „vorhalten“ passt eher zu Planung, Verwaltung oder Versorgung.

Die Firma hält für Notfälle zusätzliche Geräte vor.
Im Krankenhaus reichen die Medikamente noch bis Freitag.