In der Psychologie: auf einer Zwangsstörung beruhend; beschreibt Handlungen oder Gedanken, zu denen sich eine Person innerlich getrieben fühlt und die sie wiederholt ausführen muss.
beispiel
Er hat das zwanghafte Bedürfnis, ständig seine Hände zu waschen.
Tipps
Wortfamilie
Das Adjektiv „zwanghaft“ leitet sich vom Nomen „der Zwang“ ab. „Zwang“ bedeutet Druck oder eine innere Nötigung. Die Endung „-haft“ bedeutet „gekennzeichnet durch“, also ist etwas „zwanghaft“, wenn es durch Zwang gekennzeichnet ist.
BEISPIEL
Er leidet unter dem Zwang, alles perfekt ordnen zu müssen.
Verwendung als Adverb
„Zwanghaft“ kann nicht nur ein Nomen beschreiben (attributiv), sondern auch als Adverb ein Verb modifizieren. Es beschreibt dann, auf welche Art und Weise eine Handlung ausgeführt wird.
BEISPIEL
Er versuchte zwanghaft, ein Lächeln aufzusetzen.
Kontexthinweise
Die psychologische Bedeutung bezieht sich oft auf wiederholte, ritualisierte Handlungen (waschen, kontrollieren). Die allgemeinere Bedeutung beschreibt ein unnatürliches, verkrampftes Verhalten oder Gefühl (Lächeln, Ruhe, Fröhlichkeit).
BEISPIEL
Sein zwanghaftes Bedürfnis nach Sauberkeit bestimmt seinen ganzen Tag.
Vergleichen mit
antonym
zwanghaft vs natürlich
„natürlich“ und „zwanghaft“ beschreiben hier, wie ein Verhalten wirkt. „natürlich“ bedeutet locker, normal und nicht gespielt. „zwanghaft“ bedeutet dagegen verkrampft, gezwungen oder nicht spontan. Wenn jemand natürlich spricht, wirkt er echt und entspannt. Wenn jemand zwanghaft freundlich oder lustig sein will, merkt man oft, dass es nicht frei und locker wirkt.
zwanghaft
In der Pause lachte er zwanghaft, obwohl niemand den Witz lustig fand.
natürlich
Vor der Kamera bleibt sie ruhig und spricht sehr natürlich.