Etwas oder jemanden öffentlich und scharf kritisieren oder verurteilen. Ziel ist es, auf ein Fehlverhalten oder einen Missstand aufmerksam zu machen und die Verantwortlichen bloßzustellen.
beispiel
Die Menschenrechtsorganisation prangerte die katastrophalen Zustände in den Gefängnissen an.
Tipps
Trennbares Verb
„Anprangern“ ist ein trennbares Verb. Die Vorsilbe „an-“ steht im Hauptsatz am Ende. In Nebensätzen und im Infinitiv mit „zu“ bleibt das Verb zusammen.
BEISPIEL
Der Journalist prangert die Korruption im Rathaus an.
Wortgeschichte
Das Verb leitet sich vom „Pranger“ ab, einem mittelalterlichen Strafinstrument, an dem Verurteilte öffentlich zur Schau gestellt wurden. Diese Idee der öffentlichen Bloßstellung ist in der heutigen Bedeutung noch enthalten.
BEISPIEL
Die Aktivisten prangerten die umweltschädlichen Praktiken des Unternehmens an.
Typische Objekte
Man prangert typischerweise negative, abstrakte Dinge an. Häufige Objekte sind „Missstände“, „Zustände“, „Bedingungen“, „Ungerechtigkeit“ oder „Verhalten“.
BEISPIEL
In ihrem Buch prangert sie die sozialen Ungerechtigkeiten an.
Register und Stil
„Anprangern“ ist ein starkes und eher formelles Wort. Es wird häufig in den Medien, in der Politik und von Organisationen verwendet, um auf ernste Probleme aufmerksam zu machen.
BEISPIEL
Die Opposition prangerte die neue Politik der Regierung scharf an.
Vergleichen mit
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anprangern vs verurteilen
„verurteilen“ und „anprangern“ können beide bedeuten, dass man etwas stark kritisiert und ablehnt. „verurteilen“ kann auch einfach heißen, dass man ein Verhalten moralisch falsch findet. „anprangern“ ist öffentlicher und schärfer: Man spricht ein Problem laut an, oft vor anderen, und will auf einen Missstand aufmerksam machen. „anprangern“ passt besonders bei Politik, Medien oder öffentlichen Diskussionen.
anprangern
Die Zeitung prangert die schlechten Arbeitsbedingungen in der Firma an.