
irre
Umgangssprachlich für verrückt, wahnsinnig oder unvernünftig. Kann sich auf Personen oder Handlungen beziehen.
Du bist doch irre, bei diesem Sturm nach draußen zu gehen!
irre – irrer – am irrsten
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Umgangssprachlich für verrückt, wahnsinnig oder unvernünftig. Kann sich auf Personen oder Handlungen beziehen.
Du bist doch irre, bei diesem Sturm nach draußen zu gehen!

Umgangssprachlich als Adverb zur Verstärkung im Sinne von „sehr“ oder „extrem“.
Das neue Album von der Band ist irre gut.

Umgangssprachlich für großartig, fantastisch, beeindruckend. Kann vor einem Nomen auch „sehr groß“ oder „gewaltig“ bedeuten, zum Beispiel „ein irres Glück“.
Was für eine irre Aussicht von diesem Berg!

Gehoben oder veraltet für „im Irrtum befindlich“, „falsch“ oder „vom richtigen Weg abgekommen“.
Seine Annahme, der Fall sei bereits gelöst, erwies sich als irre.
| Grundform | irre |
|---|---|
| Komparativ | irrer |
| Superlativ | am irrsten |
| mask. | fem. | neutr. | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Nom. | - | - | - | -n |
| Akk. | -n | - | - | -n |
| Dat. | -n | -n | -n | -n |
| Gen. | -n | -n | -n | -n |
Endung anhängen an irre.
| mask. | fem. | neutr. | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Nom. | -r | - | -s | -n |
| Akk. | -n | - | -s | -n |
| Dat. | -n | -n | -n | -n |
| Gen. | -n | -n | -n | -n |
Endung anhängen an irre.
| mask. | fem. | neutr. | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Nom. | -r | - | -s | - |
| Akk. | -n | - | -s | - |
| Dat. | -m | -r | -m | -n |
| Gen. | -n | -r | -n | -r |
Endung anhängen an irre.
Das Wort „irre“ ist mit „der Irrtum“ (Fehler) und dem Verb „irren“ (sich täuschen, umherwandern) verwandt. Die ursprüngliche Bedeutung, vom richtigen Weg abgekommen zu sein, hat sich zur heutigen umgangssprachlichen Bedeutung „verrückt“ entwickelt.
Er irrte stundenlang durch den Wald.
Seine Annahme war ein großer Irrtum.
Die Bedeutungen „verrückt“, „sehr“ und „großartig“ sind fast ausschließlich Teil der Umgangssprache. In formellen oder schriftlichen Kontexten wird das Wort meist vermieden.
Die Party gestern war der irre Wahnsinn!
Als Adverb wird „irre“ vor ein Adjektiv oder ein anderes Adverb gestellt, um es zu verstärken. In dieser Funktion wird es nicht dekliniert.
Der Film war irre spannend.
Sie kann irre schnell laufen.
Ob „irre“ negativ („verrückt“) oder positiv („großartig“) gemeint ist, hängt vom Kontext ab. Bezieht es sich auf eine riskante Handlung, ist es meist negativ. Beschreibt es eine Sache oder ein Erlebnis, ist es oft positiv.
Ein irre gefährlicher Plan!
Wir hatten im Urlaub ein irre schönes Wetter.
Die Bedeutung „falsch“ oder „im Irrtum“ ist veraltet und wird nur noch in sehr gehobener Sprache oder in literarischen Texten verwendet. Sie ist oft in der festen Wendung „irre sein“ zu finden.
Der Gelehrte erkannte, dass seine bisherige Theorie irre war.
Neben „irre“ gibt es die gleichbedeutende Kurzform „irr“ ohne -e: „Er redet ganz irr“ oder „Er redet ganz irre“. Vor einem Nomen sind beide Formen gleich, weil das Adjektiv dekliniert wird: „ein irrer Blick“, „ein irres Glück“. Als verstärkendes Adverb vor einem Adjektiv ist die Form mit -e üblich: „irre gut“.
Nach dem Unfall redete er ganz irr und zusammenhanglos.
Wir hatten gestern ein irres Glück mit dem Wetter.
Verrückt und irre können umgangssprachlich auf etwas extrem Ungewöhnliches reagieren. Verrückt hebt eher das Extreme oder Chaotische einer Situation hervor und kann kritisch wirken. Irre kann dagegen ausdrücklich Begeisterung über etwas Großartiges oder Beeindruckendes zeigen.

Die gelungene letzte Wendung der Show war einfach irre.
Die vielen überraschenden Wendungen machten die Show völlig verrückt.