Ein scharfer, meist formeller Tadel oder eine Zurechtweisung als Reaktion auf ein Fehlverhalten, einen Fehler oder eine unangemessene Äußerung.
beispiel
Wegen seiner ständigen Unpünktlichkeit erhielt der Mitarbeiter eine offizielle Rüge von seinem Vorgesetzten.
Tipps
Formeller Sprachgebrauch
Das Wort „Rüge“ wird hauptsächlich in formellen Kontexten verwendet, zum Beispiel im Berufsleben, bei Behörden oder im Vereinsrecht. Es beschreibt eine offizielle und ernsthafte Zurechtweisung.
BEISPIEL
Für das unprofessionelle Verhalten gegenüber dem Kunden erhielt der Anwalt eine Rüge von der Anwaltskammer.
Typische Verben
Eine Rüge wird von einer Autoritätsperson „erteilt“. Die Person, die sie empfängt, „bekommt“ oder „erhält“ sie. Das Verb „erteilen“ ist in diesem Zusammenhang besonders typisch und formell.
BEISPIEL
Der Abgeordneten wurde wegen ihrer unpassenden Bemerkung eine Rüge erteilt.
Grund für die Rüge
Um den Grund für die Rüge anzugeben, verwendet man die Präpositionen „für“ oder „wegen“, gefolgt vom Genitiv oder Dativ.
BEISPIEL
Sie erhielt eine Rüge wegen der Nichteinhaltung der Sicherheitsvorschriften.
Vergleichen mit
near_synonym
Rüge vs Kritik
„die Kritik“ und „die Rüge“ können beide bedeuten, dass jemand auf einen Fehler oder ein falsches Verhalten hinweist. „die Kritik“ ist aber allgemeiner: Sie kann sachlich, mild oder auch hart sein und sich auf eine Arbeit, eine Idee oder eine Person beziehen. „die Rüge“ ist stärker und meist formeller. Sie passt besonders, wenn jemand wegen eines Fehlers offiziell zurechtgewiesen wird, zum Beispiel in der Schule, bei der Arbeit oder in einem Verein. Im Alltag sagt man meistens „Kritik“, wenn es nicht ausdrücklich um einen scharfen oder offiziellen Tadel geht.
Rüge
Wegen der verspäteten Abgabe erhielt der Mitarbeiter eine schriftliche Rüge.
Kritik
Nach der Präsentation nahm Tom die Kritik seiner Kollegin ernst.