Die formelle, richterliche Entscheidung in einem Gerichtsverfahren, dass eine Person einer Straftat schuldig ist, meist verbunden mit der Festlegung einer Strafe.
beispiel
Die Verurteilung zu einer fünfjährigen Haftstrafe wurde vom Gericht bestätigt.
Tipps
Wortaufbau
Das Nomen „Verurteilung“ wird vom Verb „verurteilen“ abgeleitet. Dieses besteht aus der Vorsilbe „ver-“ und dem Verb „urteilen“. Die Vorsilbe betont hier den abschließenden, endgültigen Charakter des Urteils.
BEISPIEL
Das Gericht wird den Angeklagten morgen verurteilen.
Satzbau im Rechtskontext
Im juristischen Sinne wird die Strafe mit der Präposition „zu“ und dem Dativ angegeben. Der Grund für die Verurteilung wird oft mit „wegen“ und dem Genitiv genannt.
BEISPIEL
Die Verurteilung zu einer Geldstrafe war erwartet worden.
Typische Verbindungen
Im Sinne einer moralischen Ablehnung wird „Verurteilung“ oft mit Adjektiven wie „scharf“, „öffentlich“ oder „einhellig“ kombiniert. Eine häufige Wendung ist auch „auf Verurteilung stoßen“.
BEISPIEL
Seine rassistischen Äußerungen stießen auf scharfe Verurteilung.
Kontexthinweis
Wörter wie „Gericht“, „Strafe“ oder „Haft“ signalisieren die juristische Bedeutung (m01). Adjektive wie „moralisch“, „politisch“ oder „scharf“ deuten auf die allgemeine Ablehnung (m02) hin.
BEISPIEL
Nach dem Prozess erfolgte die Verurteilung des Angeklagten.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Verurteilung vs Kritik
„die Kritik“ und „die Verurteilung“ können beide Ablehnung ausdrücken. „Kritik“ ist aber oft schwächer und kann sachlich bleiben: Man nennt Fehler oder Probleme. „Verurteilung“ ist viel stärker und meint eine klare moralische Ablehnung, oft öffentlich. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide negativ sind. Man sagt „Kritik“, wenn man etwas beurteilt oder verbessern will. Man sagt „Verurteilung“, wenn eine Handlung als falsch oder nicht akzeptabel dargestellt wird.
Verurteilung
Die Verurteilung der Gewalt war in der Erklärung sehr deutlich.
Kritik
Wir sprachen offen über die Kritik am neuen Stundenplan.