schleichen
Sich leise, langsam und vorsichtig bewegen, um nicht gehört oder gesehen zu werden.
Der Einbrecher schlich durch die dunkle Wohnung.

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Sich leise, langsam und vorsichtig bewegen, um nicht gehört oder gesehen zu werden.
Der Einbrecher schlich durch die dunkle Wohnung.

Achte auf das Hilfsverb im Perfekt! Bei einer Bewegung von A nach B wird „sein“ benutzt. Bei den reflexiven Formen wird „haben“ benutzt.
Die Katze ist leise ins Zimmer geschlichen.
Das Verb wird nur in der Grundbedeutung „sich leise bewegen“ ohne Reflexivpronomen verwendet. Wenn es bedeutet, dass etwas unbemerkt passiert oder jemand verschwinden soll, ist es reflexiv („sich schleichen“).
Er schlich auf Zehenspitzen aus dem Raum.
In dieser übertragenden Bedeutung wird „sich schleichen“ oft für abstrakte, negative Dinge verwendet. Typisch sind „Fehler schleichen sich ein“, „Zweifel schleichen sich ein“ oder „eine Gewohnheit schleicht sich ein“.
Obwohl er es nicht wollte, schlich sich die alte Gewohnheit wieder ein.
In dieser Bedeutung ist das Verb sehr umgangssprachlich und oft unhöflich. Der Befehl „Schleich dich!“ ist eine sehr direkte und unhöfliche Art zu sagen „Geh weg!“.
Als er merkte, dass er unerwünscht war, schlich er sich von der Party.
„verschwinden“ und „sich schleichen“ können in einer unhöflichen Aufforderung beide bedeuten, dass jemand weggehen soll. „Verschwinde!“ ist direkt und hart. „Schleich dich!“ ist ebenfalls umgangssprachlich und abwertend, klingt aber noch stärker nach Ärger oder Ablehnung. Wichtig ist: „schleichen“ hat auch eine normale Bedeutung, nämlich sich leise und vorsichtig bewegen. In der Bedeutung „weggehen“ benutzt man es meist reflexiv oder als feste Aufforderung. Für neutrale Situationen sind beide Wörter in diesem Gebrauch nicht passend.

Als der Nachbar laut wurde, sagte er nur: „Schleich dich!“
Der ältere Bruder rief wütend: „Verschwinde aus meinem Zimmer!“