Die Neigung einer Fläche, also der Höhenunterschied auf einer bestimmten horizontalen Strecke. Es wird oft für Straßen, Bahnstrecken oder Flüsse verwendet und in Prozent oder Grad angegeben.
beispiel
Wegen des starken Gefälles müssen LKW hier einen niedrigen Gang einlegen.
Tipps
Wortaufbau
Das Wort „Gefälle“ leitet sich vom Verb „fallen“ ab. Die Vorsilbe „Ge-“ bildet hier ein Substantiv, das das Ergebnis oder den Zustand des Fallens beschreibt – also eine Neigung, auf der etwas nach unten fällt oder fließt.
BEISPIEL
Der Bach fließt wegen des natürlichen Gefälles in Richtung Tal.
Kontexthinweis
Die Bedeutung erkennen Sie am Kontext. Spricht man von Straßen, Flüssen oder gibt es Angaben in Prozent, ist die Neigung gemeint. In sozialen oder wirtschaftlichen Zusammenhängen (z.B. mit Wörtern wie „Lohn“ oder „Bildung“) geht es um einen Unterschied oder eine Ungleichheit.
BEISPIEL
Die Straße hat ein Gefälle von 12 Prozent.
Typische Verbindungen
Wenn es um eine Neigung geht, wird „Gefälle“ oft mit Adjektiven wie „stark“, „leicht“ oder „steil“ kombiniert. Man spricht auch davon, dass eine Strecke „ein Gefälle hat“.
BEISPIEL
Vorsicht, die Einfahrt hat ein starkes Gefälle!
Typische Verbindungen
In der übertragenen Bedeutung wird „Gefälle“ oft in festen Kombinationen verwendet, zum Beispiel „Lohngefälle“, „Bildungsgefälle“, „soziales Gefälle“ oder „Nord-Süd-Gefälle“.
BEISPIEL
Die Politik diskutiert Maßnahmen gegen das Stadt-Land-Gefälle.
Historischer Kontext
Diese Bedeutung ist veraltet und wird nur noch in historischen Texten verwendet. Wenn Sie über das Mittelalter oder die frühe Neuzeit lesen, kann „Gefälle“ eine Abgabe oder Steuer an einen Herrscher bedeuten.
BEISPIEL
Der Bauer musste sein Gefälle an den Grundherrn entrichten.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
Gefälle vs Unterschied
„der Unterschied“ und „das Gefälle“ können beide beschreiben, dass zwei Gruppen, Orte oder Zustände nicht gleich sind. „Unterschied“ ist allgemein und neutral: Es kann um kleine oder große, einfache oder wichtige Verschiedenheiten gehen. „Gefälle“ benutzt man, wenn der Unterschied deutlich ist und oft eine Ungleichheit zeigt, zum Beispiel zwischen Stadt und Land, Arm und Reich oder verschiedenen Bildungsgruppen. Lernende können die Wörter verwechseln, weil „Gefälle“ in solchen Fällen auch einen Unterschied meint. Aber „Gefälle“ klingt spezieller und stärker; es passt besonders, wenn eine Seite klar besser, stärker oder reicher ist als die andere.
Gefälle
Zwischen den Löhnen in der Stadt und auf dem Land gibt es ein deutliches Gefälle.
Unterschied
Bei der Arbeit merkt die Kundin den Unterschied zwischen den beiden Angeboten sofort.