
geneigt sein zu
Eine Tendenz oder Bereitschaft haben, etwas zu tun oder zu einer bestimmten Ansicht zu neigen.
Nach langem Überlegen bin ich geneigt, seinem Vorschlag zuzustimmen.
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Eine Tendenz oder Bereitschaft haben, etwas zu tun oder zu einer bestimmten Ansicht zu neigen.
Nach langem Überlegen bin ich geneigt, seinem Vorschlag zuzustimmen.

Physisch schräg oder schief stehend; nicht senkrecht oder waagerecht.
Der Turm von Pisa ist stark zur Seite geneigt.

Jemandem gegenüber wohlwollend oder freundlich eingestellt sein.
Die Chefin war ihm von Anfang an geneigt und unterstützte seine Karriere.

Eine formelle und leicht veraltete Anrede für das Publikum (z.B. Leser, Zuhörer), die deren wohlwollende Aufmerksamkeit unterstellt.
Wie der geneigte Leser bereits weiß, spielt die Geschichte im 19. Jahrhundert.
„Geneigt“ ist das Partizip II des Verbs „neigen“. Dieses Verb bedeutet sowohl „sich neigen“ (physisch schief sein) als auch „zu etwas neigen“ (eine Tendenz haben). Diese Doppelbedeutung des Verbs erklärt die verschiedenen Bedeutungen des Adjektivs.
Er neigt dazu, schnell wütend zu werden.
Um eine Tendenz oder Bereitschaft auszudrücken, wird die feste Struktur „geneigt sein, etwas zu tun“ verwendet. Darauf folgt immer ein Infinitiv mit „zu“.
Ich bin geneigt, dir in diesem Punkt zuzustimmen.
Wenn „geneigt“ eine positive Einstellung gegenüber einer Person ausdrückt, steht diese Person im Dativ. Die feste Wendung lautet „jemandem geneigt sein“.
Der König war dem jungen Künstler sehr geneigt.
Die Anrede „der geneigte Leser“ oder „der geneigte Zuhörer“ ist eine formelle und etwas altmodische Floskel. Man findet sie vor allem in literarischen oder journalistischen Texten, um das Publikum direkt anzusprechen.
Der geneigte Zuhörer wird die Anspielung in meiner Rede bemerkt haben.
Die physische Bedeutung von „geneigt“ (schief) erkennst du daran, dass sie sich auf konkrete Objekte bezieht. Typische Subjekte sind Türme, Bäume, Schilder oder auch der Kopf.
Sie hörte ihm mit leicht geneigtem Kopf zu.
Bereit signalisiert eine konkrete Handlungsbereitschaft. Geneigt beschreibt eher eine Tendenz zu einer Handlung, bei der die endgültige Entscheidung noch offen sein kann. Nach einer klaren Entscheidung passt bereit; bei einer positiven, aber noch nicht festen Haltung geneigt.

Nach dem ersten Gespräch ist der Chef geneigt, dem Vorschlag zuzustimmen.
Nach der Prüfung ist der Chef bereit, dem Vorschlag zuzustimmen.