langen
In ausreichender Menge vorhanden sein; genügen.
Langen die Getränke für alle Gäste auf der Party?

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In ausreichender Menge vorhanden sein; genügen.
Langen die Getränke für alle Gäste auf der Party?

Das Verb „langen“ ist mit dem Adjektiv „lang“ verwandt. Die Grundidee ist, eine Distanz zu überbrücken – sei es mit dem Arm, um etwas zu erreichen, oder im übertragenen Sinn, damit etwas ausreicht.
Kannst du mir bitte die Butter langen? Ich komme nicht dran.
In der Bedeutung „ausreichen“ oder „genügen“ wird „langen“ oft mit dem Subjekt „es“ verwendet oder die Sache, die ausreicht, ist das Subjekt. Es braucht kein Objekt.
Wir haben nur noch zwei Flaschen Wasser. Das langt nicht für alle.
In der Bedeutung „greifen“ steht „langen“ fast immer mit einer Präposition, die die Richtung angibt. Die häufigste Kombination ist „nach“ + Dativ.
Sie langte in ihre Tasche und holte den Schlüssel heraus.
Die Bedeutung „schlagen“ ist sehr umgangssprachlich und wird als Drohung verwendet. Die Struktur ist fest: Die Person, die geschlagen wird, steht im Dativ.
Der Vater drohte dem frechen Jungen: „Wenn du das nochmal machst, lange ich dir eine!“
„reichen“ und „langen“ können beide bedeuten, dass etwas genug ist. „reichen“ ist dabei das normale und neutrale Wort: Man benutzt es für Zeit, Geld, Essen oder Qualität. „langen“ mit dieser Bedeutung ist eher umgangssprachlich und klingt in vielen Situationen süddeutsch oder regional. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide in Sätzen wie „Das Geld reicht/langt“ möglich sind. In Standardsprache ist „reichen“ meist die sicherere Wahl.

Für morgen langt der Vorrat noch, aber danach müssen wir einkaufen.
Das Geld reicht heute nur für ein einfaches Mittagessen.