platzen
Durch zu hohen inneren Druck oder äußere Einwirkung plötzlich und mit einem Geräusch aufreißen oder zerbersten.
Der Autoreifen ist auf der Autobahn geplatzt.

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Durch zu hohen inneren Druck oder äußere Einwirkung plötzlich und mit einem Geräusch aufreißen oder zerbersten.
Der Autoreifen ist auf der Autobahn geplatzt.

Da „platzen“ eine plötzliche Zustandsänderung oder Bewegung beschreibt, wird das Perfekt immer mit dem Hilfsverb „sein“ gebildet, nicht mit „haben“. Dies ist ein häufiger Fehler.
Der Luftballon ist mit einem lauten Knall geplatzt.
Die Bedeutung von „platzen“ hängt vom Subjekt ab. Handelt es sich um einen konkreten Gegenstand (Reifen, Rohr), bedeutet es „zerbersten“. Handelt es sich um etwas Abstraktes (Plan, Traum, Deal), bedeutet es „scheitern“.
Das Wasserrohr ist im Keller geplatzt.
In der wörtlichen Bedeutung wird „platzen“ oft für Dinge verwendet, die unter Druck stehen. Typische Beispiele sind ein Reifen, ein Luftballon, ein Rohr oder eine Frucht.
Die Kirschen sind nach dem starken Regen geplatzt.
Im übertragenen Sinn wird „platzen“ für abstrakte Dinge verwendet, die nicht realisiert werden. Häufige Kombinationen sind: ein Plan platzt, ein Traum platzt, ein Geschäft platzt oder eine Hochzeit platzt.
Leider ist die geplante Hochzeit geplatzt.
Die Redewendung „aus allen Nähten platzen“ wird verwendet, um zu beschreiben, dass ein Raum, ein Gebäude oder ein Verkehrsmittel extrem voll ist.
Der Bus am Morgen platzte aus allen Nähten.
Wenn „platzen“ ein starkes Gefühl beschreibt, wird es immer mit der Präposition „vor“ und einem Nomen im Dativ verwendet. Typische Gefühle sind Wut, Neid, Stolz oder Neugier.
Er platzte fast vor Neid, als er das neue Auto seines Nachbarn sah.
„scheitern“ und „platzen“ können beide bedeuten, dass ein Plan oder Vorhaben nicht gelingt. „scheitern“ ist allgemeiner und klingt neutraler; man kann an einer Aufgabe, einem Plan oder einem Ziel scheitern. „platzen“ benutzt man eher bei Plänen, Treffen, Träumen oder Geschäften, die plötzlich nicht zustande kommen. Es klingt oft etwas bildlicher und alltagssprachlicher. Wenn man den Misserfolg sachlich beschreiben will, passt „scheitern“ meist besser; bei einer abgesagten oder unerwartet geplatzten Sache klingt „platzen“ natürlich.

Das Treffen platzt, weil der Zug zwei Stunden Verspätung hat.
Der Ausflug scheitert am schlechten Wetter.