scheuen
Etwas aus Furcht, Abneigung oder wegen des damit verbundenen Aufwands meiden oder vermeiden. Oft in der Wendung „Kosten/Mühen nicht scheuen“ verwendet.
Er scheut keine Mühe, um seinen Freunden zu helfen.

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Etwas aus Furcht, Abneigung oder wegen des damit verbundenen Aufwands meiden oder vermeiden. Oft in der Wendung „Kosten/Mühen nicht scheuen“ verwendet.
Er scheut keine Mühe, um seinen Freunden zu helfen.

Das Verb „scheuen“ ist eng mit dem Adjektiv „scheu“ verwandt, das „schüchtern“ oder „ängstlich“ bedeutet. Diese Grundbedeutung der Furcht oder Zurückhaltung findet sich in allen Verwendungen des Verbs wieder.
Das Reh ist sehr scheu und läuft bei jedem Geräusch weg.
Die Bedeutung ändert sich je nach Satzbau. Transitiv („etwas scheuen“) bedeutet es „vermeiden“. Reflexiv („sich scheuen“) bedeutet es „zögern“. Intransitiv (nur das Subjekt scheut) wird es für die Schreckreaktion von Tieren verwendet.
Der Politiker scheut die direkte Konfrontation.
Besonders häufig ist die negative Formulierung „keine Mühen/Kosten/kein Risiko scheuen“. Sie bedeutet, dass jemand bereit ist, alles Notwendige zu tun oder zu investieren.
Die Firma scheute keine Kosten, um die besten Experten zu engagieren.
Die reflexive Form „sich scheuen“ wird fast immer mit einer Infinitivkonstruktion mit „zu“ kombiniert. Sie beschreibt, welche Handlung man zögert auszuführen.
Viele Menschen scheuen sich, vor einer großen Gruppe zu sprechen.
Wenn ein Tier erschrickt, wird der Auslöser mit der Präposition „vor“ und dem Dativ angegeben.
Die Katze scheute vor dem lauten Knall.
„vermeiden“ und „scheuen“ können beide bedeuten, dass man etwas nicht tut. „vermeiden“ ist allgemeiner und neutraler: Man tut etwas bewusst nicht, damit kein Problem entsteht. „scheuen“ erklärt stärker den inneren Grund: Man hat Angst, ist unsicher, mag etwas nicht oder will den Aufwand nicht. Bei Personen benutzt man oft „sich scheuen, etwas zu tun“. Außerdem gibt es feste Wendungen wie „keine Mühen scheuen“. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide mit Meiden zu tun haben. Als Orientierung: „vermeiden“ passt zu der Strategie; „scheuen“ passt zu Angst, Hemmung oder Aufwand.

Heute scheut sich der Mitarbeiter, den Fehler direkt anzusprechen.
Sie vermeidet beim Arzt lange Wartezeiten und kommt deshalb früh.