
spannen
Etwas straff ziehen oder dehnen, sodass es unter Spannung steht.
Er spannte ein Seil zwischen den beiden Bäumen.
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Etwas straff ziehen oder dehnen, sodass es unter Spannung steht.
Er spannte ein Seil zwischen den beiden Bäumen.

Beschreibt das Gefühl, wenn Kleidung zu eng ist und drückt.
Nach dem üppigen Essen spannt meine Hose am Bund.

Jemanden absichtlich lange im Ungewissen lassen und dadurch Neugier oder Anspannung erzeugen.
Sag schon, was passiert ist, und spann mich nicht so auf die Folter!

Ein Zugtier, wie ein Pferd oder einen Ochsen, vor einen Wagen oder Pflug schirren.
Der Kutscher spannte die Pferde vor die Kutsche.

Umgangssprachlich für das heimliche Beobachten von Personen in privaten Situationen; voayeurostisch spähen.
Der Nachbar wurde angezeigt, weil er angeblich in die Fenster gespannt hat.
Das Verb „spannen" ist die Wurzel für das Nomen „die Spannung" (tension, suspense) und das Adjektiv „spannend" (exciting). Alle diese Wörter haben die Grundidee von Anspannung oder Straffheit.
Die Spannung vor dem Finale war riesig.
Das Partizip II „gespannt" wird sehr häufig als Adjektiv verwendet und bedeutet „neugierig" oder „erwartungsvoll". Die Präposition dazu ist „auf" mit Akkusativ.
Ich bin gespannt, wie die Geschichte ausgeht.
In der Bedeutung „straff ziehen" wird „spannen" oft mit Dingen kombiniert, die man dehnen kann. Typisch sind: ein Seil spannen, ein Netz spannen, eine Feder spannen oder die Muskeln anspannen.
Die Spinne hat ihr Netz zwischen den Ästen gespannt.
Wenn Kleidung zu eng ist, ist das Kleidungsstück das Subjekt des Satzes. Oft wird mit „an" oder „am" plus Dativ angegeben, wo es drückt.
Das neue Hemd spannt an den Schultern.
Die Redewendung „jemanden auf die Folter spannen" ist eine feste Einheit. Die Person, die man neugierig macht, steht dabei immer im Akkusativ.
Nun sag schon, wer gewonnen hat! Spann mich nicht auf die Folter!
In der Bedeutung „heimlich beobachten" ist „spannen" ein umgangssprachliches Wort mit einer stark negativen und abwertenden Bedeutung.
Es ist strafbar, Leute in ihren Wohnungen zu bespannen.
Bei zu enger Kleidung können beide Verben ein unangenehmes Gefühl beschreiben. „Spannen“ betont eher, dass der Stoff flächig straff sitzt, während „drücken“ den Druck auf eine bestimmte Körperstelle hervorhebt. Bei insgesamt straffer Kleidung passt „spannen“, bei Druck an einer Stelle „drücken“.

Die neue Hose spannt an den Oberschenkeln, obwohl sie an der Taille gut sitzt.
Der neue Schuh drückt an den Zehen, obwohl er am Fuß sonst gut sitzt.