Beschreibt etwas, dessen Teile oder Elemente sehr nah beieinander sind, sodass wenig oder kein Zwischenraum bleibt. Beispiele sind dichter Wald, dichter Nebel oder dichter Verkehr.
beispiel
Wegen des dichten Nebels konnte man kaum zehn Meter weit sehen.
Tipps
Typische Verbindungen
In der Bedeutung „dicht“ im Sinne von „eng beieinander“ wird das Adjektiv oft mit Substantiven kombiniert, die eine Ansammlung beschreiben. Typische Beispiele sind „dichter Nebel“, „dichter Wald“, „dichter Verkehr“ oder „dichtes Gedränge“.
BEISPIEL
Wir kamen im dichten Berufsverkehr nur langsam voran.
Wortfamilie: Abdichten
Die Bedeutung „versiegelt“ oder „undurchlässig“ ist direkt mit dem Verb „abdichten“ verwandt. Wenn etwas nicht „dicht“ ist, muss man es „abdichten“, zum Beispiel ein Fenster, ein Rohr oder ein Dach.
BEISPIEL
Der Handwerker muss das undichte Dach schnell abdichten.
Satzbau: „dicht an/bei“
Um auszudrücken, dass sich etwas sehr nah bei etwas anderem befindet, verwendet man die Kombination „dicht an“ oder „dicht bei“, gefolgt von einem Substantiv im Dativ.
BEISPIEL
Unser Haus steht dicht am Waldrand.
Register: Umgangssprache
In der informellen, gesprochenen Sprache ist „dicht sein“ ein gebräuchlicher Ausdruck dafür, sehr betrunken zu sein. Diese Verwendung sollte in formellen Situationen vermieden werden.
BEISPIEL
Er hat zu viel getrunken und war am Ende des Abends total dicht.
Feste Wendung: Verrückt sein
Die Redewendung „nicht ganz dicht sein“ ist ein feststehender, umgangssprachlicher Ausdruck. Er bedeutet, dass jemand verrückt ist oder sich sehr unvernünftig verhält.
BEISPIEL
Du willst ohne Jacke bei Minusgraden rausgehen? Du bist wohl nicht ganz dicht!
Feste Wendung: Schließen
Der umgangssprachliche Ausdruck „dicht machen“ bedeutet, ein Geschäft, eine Firma oder eine Einrichtung dauerhaft zu schließen. Es impliziert, dass die Schließung endgültig ist.
BEISPIEL
Viele kleine Läden in der Innenstadt mussten in den letzten Jahren dicht machen.
Vergleichen mit
near_synonym · confusable
dicht vs nahe
„nahe“ und „dicht an“ oder „dicht bei“ beschreiben beide eine geringe räumliche Entfernung. „nahe“ ist allgemeiner und neutral: Etwas ist nicht weit weg. „dicht“ betont, dass der Abstand sehr klein ist, fast ohne Zwischenraum. Deshalb klingt „dicht an der Wand“ stärker als „nahe an der Wand“. Lernende können die Wörter verwechseln, weil beide „nicht weit entfernt“ meinen. Als einfache Orientierung: Für normale Entfernungen nimmt man oft „nahe“; wenn etwas direkt daneben oder sehr nah dran ist, passt „dicht an“ oder „dicht bei“ besser.
dicht
Bitte stell die Tasche nicht so dicht an die Tür.
nahe
Das Bürgeramt liegt nahe am Bahnhof, deshalb kann ich zu Fuß hingehen.